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Lust auf… Schreiben

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Ich habe Lust auf Schreiben. Ich schreibe gern, das habe ich schon immer, seit ich es gelernt habe. Sowohl der reine Akt des Worte auf Papier Schreibens macht mir Freude, als auch das Formulieren von Gedanken in Texte. Ich habe also beschlossen, an der Weekly Writing Challenge für diese Woche teilzunehmen, das Thema ist The Power of Names, also die Macht der Namen.

Als ich ein Kind war, fand ich meinen Namen doof. Ich habe zwei Vornamen, beide recht gewöhnliche deutsche Mädchennamen, beide einigermaßen zeitlos. Heute kann ich sagen, sie sind gut gewählt, sie passen zueinander und zu meinem Nachnamen, sie sind nicht Ausgeburt einer Mode. Mein Nachname ist eher ungewöhnlich und außerhalb meiner Familie habe ich ihn noch nie gehört. Der Name, habe ich in einer Studie gelesen, hat auch Einfluss auf die Zukunft eines Kindes. Bestimmte Namen werden mit negativen Eigenschaften in Verbindung gebracht, während andere positiv besetzt sind. Wenn man bedenkt, dass Eltern den Namen für ihr Kind meistens danach aussuchen, was ihnen persönlich gefällt, der Name also rein willkürlich ist, finde ich es erstaunlich, welche Wirkung er haben kann.

Mein erster Vorname ist mein Rufname, der zweite spielt eigentlich nur auf dem Papier eine Rolle. Ich mag aber den Umstand, dass ich zwei Vornamen habe. Wenn ich Leute frage, ob sie einen zweiten Vornamen haben und sie verneinen, finde ich das immer schade. Wenn sie bejahen, ihn aber nicht verraten wollen, amüsiert es mich. Denn meistens bedeutet das, dass sie ihn peinlich finden oder ihn eben nicht mögen. Namen sind omnipräsent. Jeder Mensch hat einen, Gegenstände haben einen, Computer Programme haben einen, es gibt letztendlich fast nichts, das nicht benannt wäre. Namen sind gleichzeitig Kategorien. Und ich denke, es sind die Kategorien, mit denen die Menschen nicht einverstanden sind, denen sie sich selbst nicht zugeordnet wissen wollen, wenn sie ihren Namen ablehnen.

Dem Bedürfnis nach Kategorien und Namensgebung steht auch eine Angst vor denselben gegenüber. Zum Beispiel in Bezug auf Beziehungen. Zwei Leute mögen sich, treffen sich, gehen miteinander ins Bett, distanzieren sich aber davon, eine „Beziehung“ zu haben. „Wir sind nur Freunde“, oder „Es ist eben eine Affäre“. Der Name „Beziehung“ ist bedeutungsschwanger. Er bedeutet eine Kategorie und mit dieser sind bestimmte Muster und Erwartungen verbunden. Das Nicht-Benennen als eine Form der Auflehnung.

Namen bedeuten auch Identifikation. Traditionell geben Frauen bei der Heirat ihren Nachnamen auf und nehmen den des Ehemannes an. Sie sind dann nicht mehr Gabi X, sondern Gabi Y. Zunehmend werden jedoch auch Mädchennamen beibehalten oder der Name der Frau als Ehename geführt. Vielleicht hat das damit zu tun, dass man sich als Gabi Y nicht kennt. Wer ist sie? Ist sie die selbe wie Gabi X? Vielleicht gibt das X die Sicherheit, dass sich nicht alles verändert. Der Name als eine Konstante also. Oder als Zeichen der fortbestehenden Zugehörigkeit zur eigenen Familie. Als ich klein war, habe ich an meinen eigenen Nachnamen manchmal noch den Mädchennamen meiner Mutter angehängt, denn das ist der Nachname meiner Paten, mit denen ich ein sehr enges Verhältnis hatte. Sie waren wie Großeltern für mich. Ihren Nachnamen zu tragen, wenn auch nur fiktiv, war ein Gefühl der näheren Verwandtschaft, des Dazugehörens. Das war schön.

Ich finde meinen Namen heute nicht mehr doof.

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