Leben

Die Pflicht ruft

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Pflichtbewusstsein. Eine schöne, „typisch deutsche“ Tugend. Ich kann mich damit sehr gut identifizieren. Das hat eine gute Seite und ich denke, in Maßen kann es durchaus nützlich und eine gute Eigenschaft sein. Es hat aber auch eine sehr anstrengende Seite und die hat vor allem mit Prioritäten zu tun.

Ich fühle mich oftmals verpflichtet und zwar gegenüber allem und jedem, nur nicht mir selbst gegenüber. Dabei sollte das doch ganz oben stehen. Zwar nicht als Pflicht, aber ich sollte mir selbst am wichtigsten sein. Letztlich bin ich meine Basis und ich bin für mein Wohlergehen verantwortlich. Ich meine das nicht im egoistischen Sinne. Aber wenn ich nicht gut und achtsam zu mir selbst bin, mich nicht selbst liebe, wie soll das dann anderen Menschen entgegen bringen?

Häufig habe ich das Gefühl, nicht an erster Stelle zu stehen. Wichtiger ist die Arbeit, was andere Leute denken, was von mir erwartet wird, welche Erwartungen ich eventuell nicht erfüllen kann, wenn ich dies oder jenes tue oder lasse. Die Liste ist endlos. Was aber, wenn ich all das überprüfe? Ist es wahr? Ist es wichtig? Die Antwort ist so einfach wie schockierend: Nein. Es spielt keine Rolle. Selbst wenn ich eine Aufgabe nicht zu Ende bringen oder die Erwartungen Anderer nicht erfüllen kann. Was dann? Das schlimmste, was passieren kann, ist, dass jemand enttäuscht von mir ist. Die höchsten Erwartungen stelle ich ja ohnehin selbst an mich. Niemand denkt so viel über mich nach, wie ich selbst. Niemand anders misst meinen Handlungen so viel Bedeutung bei, wie ich selbst. Diese Erkenntnis kann sehr heilsam sein, denn sie gilt eigentlich für jeden.

Wenn ich nun aus Pflichtgefühl etwas tue, das mir eigentlich widerstrebt oder das für mich selbst nicht gut ist, mag eine andere Person damit zufrieden sein. Möglich ist aber auch, dass der Effekt auf Andere sehr gering ist, der Effekt auf mich dafür umso größer und womöglich negativ.

Das Stichwort ist: Prioritäten. Es ist wichtig zu hinterfragen, warum etwas als bedeutsam erscheint und ob dieser Grund real ist. Und wenn er nicht real ist, wenn es in Wahrheit keine Bedeutung hat, dann darf es lächelnd losgelassen werden. Es ist erlaubt, die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und ihnen zu folgen. Es ist erlaubt, sich selbst ernst und wichtig zu nehmen.

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