Reisen

Schlemmen und Staunen in Wien

Letzte Woche war ich mit einer lieben Freundin für ein verlängertes Wochenende in Wien.

Wenn ich die Stadt in drei Worten beschreiben sollte, so wären es diese: hochherrschaftlich, hell und geschäftig   .

Nach unserer Ankunft am Wiener Flughafen haben wir den City Airport Train (CAT) Richtung Innenstadt genommen. Der Fährt je zweimal pro Stunde vom Flughafen zum Bahnhof Mitte und zurück. Die Fahrt dauert 16 Minuten und das Retour Ticket kostet 19 Euro. Im Nachhinein haben wir erfahren, dass die Fahrt mit der regulären S-Bahn viel günstiger ist (um die 3 Euro). Dafür hat der CAT den Vorteil, dass man auf der Strecke von der Stadt zum Flughafen bereits am Bahnhof einchecken und sein Gepäck aufgeben kann, allerdings gilt das nur für einige ausgesuchte Airlines.

Am frühen Nachmittag sind wir in unserer Unterkunft angekommen, die sehr zentral genau außerhalb des Innenstadtrings gelegen war. Wir haben uns dann gleich auf den Weg zum Naschmarkt gemacht. Dort gibt es viele Stände und kleine Restaurants und Cafés, wo man alles verzehren kann, was das Herz begehrt. An den Ständen gibt es vor allem Käse, Trockenobst, Oliven, eingelegtes Gemüse oder Süßigkeiten zu kaufen. Die Restaurants reichen von asiatischer, über mediterrane bis hin zu original Wienerischer Küche und sind um die Mittagszeit sehr gut besucht. Ein bisschen anstrengend in dem Getümmel, aber wenn sich der Andrang etwas gelegt hat, ist der Naschmarkt auf jeden Fall einen Besuch wert.

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Brunnen an der Albertina

Anschließend sind wir durch die Stadt zurück zur Unterkunft spaziert, vorbei an der Wiener Secession, der Spanischen Hofreitschule und der Albertina.

Am Sonntag führte uns der Weg als Erstes auf den Hohen Markt, einen Platz im Norden der inneren Stadt, über dem die sogenannte Ankeruhr thront. Für jede Stunde gibt es eine Figur, die eine Persönlichkeit der Geschichte Wiens darstellt. Um 12 Uhr mittags gibt es dann eine musikalisch begleitete Parade aller 12 Figuren. Diese dauert ca. 10 Minuten. Leider hatten wir keine Informationen über die dargestellten Personen und haben auch niemanden erkannt (bzw. falsch geraten).

Anschließend stand der Stephansdom auf dem Programm, den wir sozusagen von allen Seiten besichtigt haben. Im Inneren fand gerade eine Messe statt, so dass man hier nur wenig sehen konnte. Wir sind für 4 Euro die 343 Stufen auf den Südturm hinauf gestiegen (auf den Nordturm kommt man mit einem Aufzug) und haben im Rahmen einer Führung die Katakomben besichtigt (Preis: 5 Euro). Dort haben einige Erzbischöfe ihre letzte Ruhe gefunden und es werden die Eingeweide der Habsburger Herrscher und deren Angehöriger in Kupfergefäßen verwahrt. Die übrigen Teile der verblichenen Monarchen befinden an anderer Stelle, nämlich ihre Herzen in der Augustinerkirche und ihre Körper in der Kapuzinergruft. Es folgte ein weiterer Abschnitt der Katakomben, in dem es dann auch tatsächliche Gebeine zu sehen gab, die jedoch nicht kaiserlicher Herkunft waren, sondern einfach die Überbleibsel mittelalterlicher Massengräber.

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Hundertwasserhaus (links) und der Blick vom Stephansdom (rechts)

Der Nachmittag begann dann mit einer Stadtrundfahrt. Wir sind mit red bus city tours gefahren (1,5 Stunden für 14 Euro), es gibt jedoch viele Anbieter und auch mehrere hop on hop off Linien. Über Kopfhörer konnte man etwas über die Stadtgeschichte und die Bauwerke erfahren, an denen es vorbei ging. Ein kurzer Halt wurde am Hundertwasserhaus eingelegt, das sehr idyllisch in einer Seitenstraße liegt, aber ein richtiger Touristenmagnet ist, so dass dort sehr viel Getümmel war. Direkt gegenüber liegt das „Hundertwasser Village“, das vornehmlich Souvenirgeschäfte beherbergt. Im Untergeschoss findet sich aber auch die ebenfalls von Hundertwasser gestaltete „Toilet of Modern Art“, für die man 0,80 Euro bezahlen muss.

Wieder zurück von der Bustour nahmen wir einen süßen Imbiss im Café Oballa ein. Den Abend verbrachten wir dann im Prater, dem Vergnügungspark Wiens. Einige Stände und Fahrgeschäfte waren bereits geschlossen, aber wir gruselten uns noch im Jack the Ripper Haus, suchten unseren Weg durch ein Spiegelkabinett und fuhren zu guter Letzt eine Runde mit dem berühmten Riesenrad (9 Euro). Der Prater ist ein Muss für jeden Wien Besucher. Man kann sich dort in eine andere Welt entführen lassen, und findet für jedes Alter und jeden Geschmack eine passende Attraktion. Für das Gelände, auf dem übrigens auch das Wiener Madame Tussaud’s zu finden ist, muss man keinen Eintritt bezahlen.

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Naturhistorisches Museum

Am Montag sind wir durch das Museumsquartier geschlendert auf dem Weg zur dahinter liegenden Hofburg. Im Museumsquartier beeindrucken vor allem das Naturhistorische und das Kunsthistorische Museum, die einander gegenüber liegen sind und sich gleichen wie ein Ei dem anderen. Beide haben reich verzierte Fassaden mit schönen bildhauerischen Arbeiten, die zum jeweiligen Thema des Museums passen.

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Spanische Hofreitschule (links), Schloss Schönbrunn (rechts oben) und das entsprechende Gartenhäuschen (rechts unten)

Mit dem Sisi Ticket (25,50 Euro, ermäßigt 23 Euro) haben wir anschließend die Hofburg und das Schloss Schönbrunn besichtigt. In beiden Schlössern beinhaltete der Ticketpreis eine Führung mit Audioguide. Im Schloss Schönbrunn begann die Führung in der Silberkammer, wo eine Vielzahl des noch erhaltenen höfischen Porzellans ausgestellt ist. Es folgte das Sisi Museum, das die Lebensgeschichte der Kaiserin nachzeichnet und in dem viele ihrer persönlichen Gegenstände ausgestellt sind. Zum Schluss kommen die 22 Räume der Kaiserappartements, also die persönlichen Räume von Kaiser Franz-Josef und Kaiserin Elisabeth, die größtenteils noch mit Originalmöbeln eingerichtet sind. Die Funktion der Räume wird erklärt und auf Besonderheiten hingewiesen, wie die Gemälde, einzelne Möbelstücke oder die Funktionsweise der Öfen.

Das Schloss Schönbrunn, die Sommerresidenz der Habsburger, ist gut mit der Ubahn zu erreichen. Die Führung dort, die im Sisi Ticket inkludiert war, ging durch 40 Räume und dauerte rund 1 Stunde. Auch diese Führung war interessant gestaltet, einige der Beschreibungen wiederholten sich jedoch. Wenn ich mich zwischen beiden Schlössern entscheiden müsste, würde ich eher das Schloss Schönbrunn empfehlen. Es hat mir optisch besser gefallen und auch die Führung war kurzweiliger, obwohl es mehr Räume waren. Die Silberkammer in der Hofburg fand ich persönlich etwas langatmig, das Sisi Museum allerdings ist liebevoll gestaltet. Eine Besonderheit von Schönbrunn ist auch der weitläufige Schlossgarten, den wir nur ansatzweise erkunden konnten. Es gibt dort auch ein Labyrinth, das wir leider nicht mehr gefunden haben, so dass ich auch nicht weiß, ob es Besuchern zugänglich ist. Wenn man auf den Hügel des Parks hinaufgeht, hat man einen sehr schönen Blick über die Stadt.

Wien ist in meinen Augen definitiv eine Reise wert. Die Atmosphäre ist angenehm, man fühlt sich als Gast sehr willkommen und kann wunderbar abschalten, obwohl man mitten in einer Millionenstadt weilt. Trotzdem strahlt die Stadt eine Art von Ruhe und Gelassenheit aus, die vielleicht dem „Wiener Schmäh“ zu verdanken ist. Übrigens sind Luft- und Wasserqualität ebenfalls hervorragend. Für eine kleine Auszeit also das perfekte Ziel.

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Ein Kommentar zu „Schlemmen und Staunen in Wien

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