Leben

Danke sagen

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Heute ist Thanksgiving in den USA. Das ist nun zunächst ein Feiertag, der mir nichts bedeutet. Ich bin nicht damit aufgewachsen und ich finde, es wird sehr viel Brimborium darum gemacht. Möglicherweise importieren wir Thanksgiving auch bald noch nach Deutschland, wie schon Halloween. Aber wir hätten ja eigentlich schon ein Pendant dazu, nämlich das Erntedankfest.

Wie auch immer man es benennen möchte, den Gedanken dahinter finde ich sehr schön. Dankbarkeit ist etwas, das nicht sehr hoch angesehen ist in unserer Gesellschaft. Man hat sich ja alles selbst erarbeitet, niemand gönnt einem ja was, wofür sollte man schon dankbar sein. Es fällt einem doch nichts zu in dieser Welt, man hat im Schweiße seines Angesichts geschuftet, um auf einen grünen Zweig zu kommen.

Diese Einstellung mag vorherrschen, aber das macht sie noch lange nicht richtig. Vielleicht sollten wir uns im Leben öfter mal die Zeit nehmen, uns umzuschauen und in Liebe und Dankbarkeit zu erkennen, womit wir beschenkt wurden. Es steht ja auch die Adventszeit vor der Tür, in der immer dazu aufgerufen wird, eine „besinnliche“ Zeit zu verleben.

Oft sind es die kleinen Dinge, die wir als selbstverständlich betrachten, und die das Leben doch so sehr bereichern. Ich bin zum Beispiel sehr dankbar für meine Wärmflasche. In kalten Winternächten mit der Wärmflasche an den Füßen in einem frisch bezogenen Bett einzuschlafen, ist an Behaglichkeit kaum zu übertreffen. Ich bin aber auch dankbar für die Sonne, die jeden Tag scheint, auch wenn sie uns hinter dicken grauen Regenwolken verborgen bleibt. Für das Essen, das mir in einer Reichhaltigkeit und Fülle zur Verfügung steht, die für mich vom ersten Tag meines Lebens nicht wegzudenken ist, von der Menschen in anderen Teilen dieser Erde jedoch nicht einmal träumen würden. Ich bin dankbar, dass ich in einem Land leben kann, in dem kein Krieg herrscht. Ich bin dankbar, dass ich arbeiten und mir meinen Lebensunterhalt verdienen kann. Dass ich gesund bin. Welch großes Glück es ist, einen gesunden Körper zu haben, der mir zur Verfügung steht, der mich trägt, wohin ich gehen möchte und mir all die Erfahrungen und Empfindungen gewährt, die ich als Mensch machen kann.

Am meisten bin ich jedoch dankbar für die Liebe. Für die Menschen in meinem Leben, mit denen ich lachen, weinen, staunen, reden, streiten, feiern, mich freuen und mich fürchten kann, die mich begleiten und die ich begleite. Die mir Liebe geben und denen ich Liebe gebe. All die Menschen, die mein Herz berührt haben, heute, gestern oder die in der Zukunft noch kommen werden.

Es ist eine Kunst, die wir fast verlernt haben, uns umzusehen und das wertzuschätzen, das uns gegeben ist, statt das zu sehen, was mehr oder besser sein könnte. Doch wenn wir in uns hinein horchen, können wir die Stimme vielleicht wieder hören, die sich für all das Wunderbare bedankt, das ist.

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3 Kommentare zu „Danke sagen

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