Lebensfreude

12 Tage Advent – das sechste Türchen

Herzlich willkommen zurück 🙂 Heute ist Mittwoch, die Woche ist schon fast vorbei und das Wochenende naht.

Fragezeichen

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Was haben alle diese Sätze gemeinsam?

„Das Wetter ist schlecht“

„Alle sind gegen mich“

„Das ist eine Gemeinheit“

„Der Chef ist ein Ausbeuter“

Die Gemeinsamkeit ist, dass alle diese Sätze eine Bewertung und Projektion darstellen. Das ist die Arbeitsweise des menschlichen Gehirns. Egal, womit es konfrontiert wird, es versucht sofort, alles einzuordnen. Das dient vor allem der Unterscheidung in „gefährlich“ und „ungefährlich“, die unter Umständen lebensrettend sein kann.

Im Alltag sind diese Bewertungen aber vor allem ein Spiegel der eigenen inneren Einstellungen oder Bedürfnisse. Das Wetter ist vielleicht regnerisch, aber es ist nicht schlecht, sondern ich hätte lieber Sonnenschein. Alle sind nicht gegen mich, sondern ich selbst fühle mich ausgeschlossen. Etwas, das jemand sagt oder tut kann nur dann gemein sein, wenn es in mir selbst ein schlechtes Gefühl hervorruft. Nur wenn ich mich getroffen, herabgesetzt oder nicht ernst genommen fühle, finde ich die Aussage oder Handlung einer anderen Person gemein. Dass der Chef ein Ausbeuter sei, spiegelt meine Unzufriedenheit mit meinem Beruf wieder, sei es wegen finanzieller Aspekte oder weil ich mich nicht anerkannt fühle (siehe dazu Tag 2).

Unbewusst projizieren wir unser Inneres nach Außen. Wir nehmen wahr, bewerten und akzeptieren unsere Bewertung dann als objektive Wahrheit. Dieser Vorgang läuft in der Regel vollkommen unbewusst ab, wir bemerken nicht einmal, wen und was wir alles bewerten. Natürlich bewerten wir nicht nur negativ, sondern auch positiv. Wir sehen Menschen an und denken „Sie ist schön“ oder „Er ist stark“. Dann fühlen wir uns zu diesen Menschen hingezogen, von ihnen eingeschüchtert oder wir verknüpfen die Eigenschaft, die wir ihnen zugeschrieben haben, mit einer weiteren, zum Beispiel „schön“ mit „arrogant“ oder „stark“ mit „aggressiv“. Diese Bewertung beeinflusst dann unser Handeln.

Heute lade ich dich ein, deine Bewertungen zu hinterfragen. Sobald du feststellst, dass du eine Wertung vornimmst, ganz gleich, in Bezug worauf, dann frage dich „Warum?“. Achte auf die emotionale Reaktion, die in dir hervorgerufen wird. Woher kommt sie? An welchen Überzeugungen oder Glaubenssätzen (siehe auch Tag 3) hältst du fest, die deine Bewertung stützen? Welche „Beweise“ hast du für deine Wertung?

Häufig handelt es sich bei unseren Bewertungen auch um anerzogene Grundsätze oder so genannten „gesunden Menschenverstand“. Indem du versuchst nachzuvollziehen, wie deine Bewertungen zustande kommen, kannst du sie neutralisieren. Und du wirst vielleicht feststellen, dass viele deiner unbewussten Bewertungen entweder nicht wahr sind, oder aber vollkommen irrelevant. Was spielt es schon für eine Rolle, ob jemand „schön“ ist oder „stark“. Oder ob das Wetter „gut“ ist.

Zum Schluss möchte ich dir diesen Artikel empfehlen, der sich mit der Philosophie der Stoiker beschäftigt und einige Anregungen gibt, wie man diese im heutigen Leben anwenden kann.

Frohes Nicht-Bewerten und bis morgen!

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Ein Kommentar zu „12 Tage Advent – das sechste Türchen

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