Lebensfreude

12 Tage Advent – Nummer 7

Willkommen zu Tag 7 🙂

Wie du auf meinem Blog nachlesen kannst, hatte ich im letzten Jahr und auch noch eine ganze Weile in diesem Jahr stark mit Panikattacken zu kämpfen. Inzwischen habe ich meine Ängste zu einem großen Teil loslassen können und mich anderen Dingen zuwenden. Manchmal merke ich jedoch, wie ich noch immer in meine alten Muster zurück falle und irrationale Ängste habe. Ich kann inzwischen aber viel besser damit umgehen und werde nicht mehr von meinen Ängsten beherrscht.

Die Sache mit der Angst ist, dass sie einem so real erscheint. Eine meiner größten Ängste ist, krank zu werden oder einen allergischen Schock zu erleiden. Eine Zeitlang habe ich mich bei jedem Lebensmittel, dass ich nicht regelmäßig verzehre überwinden müssen, es zu essen. So groß war meine Angst, ich könnte eine allergische Reaktion erleiden. Das Bild stand mir sehr deutlich vor Augen. Die Kehle würde mir zuschwellen, ich bekäme keine Luft, und würde ersticken. Vielleicht würde ich es noch schaffen, einen Krankenwagen zu rufen, oder es wäre jemand bei mir, der einen Luftröhrenschnitt vornehmen könnte. Meine Fantasie ging regelmäßig mit mir durch. Für jemanden, der solche Ängste nicht kennt, klingt es absurd, und das ist es ja auch. In meinem ganzen Leben hatte ich keine einzige allergische Reaktion auf Lebensmittel, dass ich also auf irgendwelches Essen mit einem anaphylaktischen Schock reagiere, ist mehr als unwahrscheinlich. Aber die Angst interessiert sich nicht für Wahrscheinlichkeiten. Sie nährt sich aus der Fantasie.

what ifBildquelle

Ich möchte dir deshalb heute eine Frage vorstellen, die verhindern kann, dass die Fantasie mit dir durchgeht und du deine ängstlichen Ideen für wahr hältst.

„Ist das wahr?“

Diese Frage ist der Einstieg zu „The work“, einem von Byron Katie entwickelten Konzept, mit dem du die Wahrheit deiner Gedanken überprüfen kannst, und das ich hier ein wenig abgewandelt habe. Alle möglichen Gedanken tauchen jeden Tag in unseren Köpfen auf und einige davon glauben wir. Wenn wir einen Gedanken glauben, dann hat er Macht über uns. Das heißt im Umkehrschluss – und ganz simpel ausgedrückt – dass wir einen Gedanken einfach nicht mehr glauben müssen, damit er seine Macht verliert. Den Einstieg in diese Übung erläutere ich dir gleich an einem Beispiel. Du findest hier auch noch ein sehr inspirierendes Interview mit Ina Rudolph, die das Prinzip der „Work“ sehr schön beschreibt. Ich denke aber, dass allein schon die Überprüfung unserer Gedanken uns helfen kann, unsere Ideen zu erden, sozusagen einen Reality Check durchzuführen. Es besteht ja die Möglichkeit, dass wir immer den selben Gedanken denken, hinnehmen und für wahr halten, der tatsächliche Realitätsgehalt jedoch äußerst gering ist oder unsere Überzeugung sich auf Wahrscheinlichkeiten gründet.

Nehmen wir zum Beispiel Prüfungsangst. Du kannstnatürlich auch jede andere Angst, jeden anderen Gedanken so überprüfen. Es muss auch keine Angst sein, es kann sich um eine Annahme handeln, um Glaubenssätze, es lässt sich wirklich auf Vieles anwenden. Aber zurück zu der Prüfung.

Ich habe Angst vor der Prüfung“

„Ist das wahr“

„Ja“

„Warum hast du Angst vor der Prüfung“

Hier folgen evtl. einige „Ich weiß nicht“ Antworten. Deine Idee wird sich früher oder später wahrscheinlich auf die eine oder andere Weise formulieren:

„In der Prüfung werde ich versagen“

„Ist das wahr?“

Die Antwort ist Nein. Denn du kannst nicht wissen, ob du versagen wirst. Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens, die Prüfung und auch das Ergebnis liegen in der Zukunft und du kannst nicht in die Zukunft sehen. Und zweitens, Versagen existiert nur in deinem Kopf. Das ist eine der Ideen, die du mit der „Ist das wahr“ Frage überprüfen kannst.

„Wenn ich die Prüfung nicht schaffe, habe ich versagt“

„Ist das wahr?“

Dann kannst du überlegen, was passiert, wenn du die Prüfung nicht schaffst. Kannst du sie wiederholen, musst du eine Zusatzleistung erbringen, wirst du sitzenbleiben, das Studium abbrechen müssen? Selbst wenn die Konsequenz ist, das Studium abbrechen zu müssen, folgt daraus noch kein Versagen.

So kannst du deine Ängste und Ideen überprüfen. Vielleicht wirst du feststellen, dass die Wahrheit nicht in den Ideen und Projektionen liegt, die du dir über dich und deine Umwelt angesammelt hast. Denn diese sind ausgedacht. Ängste sind Beschäftigungstherapie für das Gehirn. In der Welt, in der wir leben, gibt es kaum noch reale Gefahren wie etwas Fressfeinde oder dergleichen. Das Gehirn sucht sich daher andere „Gefahrenquellen“, auf die es unsere Aufmerksamkeit konzentrieren kann.

Probiere es heute aus. Wenn du Angst hast, gestresst bist, dich unter Druck gesetzt fühlst oder negative Gedanken hast, dann frage dich, „ist es wahr?“. Wenn die Antwort ist, dass du es nicht wissen kannst (weil es in der Zukunft liegt, die Entscheidung von vielen Faktoren oder anderen Beteiligten abhängt oder ähnliches), dann nimm diese Antwort hin. Vertraue. Du darfst dem Leben vertrauen, es wird dich nicht enttäuschen. Such dir eine kraftspendende Affirmation und lenke deinen Geist damit ab. Du wirst sehen, wie du dich immer weiter weg bewegst von der Angst, dem Zweifel, den negativen Gedanken, bis du sie loslassen kannst. Du brauchst sie nicht.

"Although you appear in earthly form, your essence is pure consciousness. You are the fearless guardian of Divine Light." RUMI
„Although you appear in earthly form, your essence is pure consciousness. You are the fearless guardian of Divine Light.“ RUMI
Advertisements

Ein Kommentar zu „12 Tage Advent – Nummer 7

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s