Lebensfreude

12 Tage Advent – das elfte Türchen

Willkommen zurück zum vorletzten Adventstag. Ich freue mich, dass du wieder dabei bist 🙂

Heute möchte ich dir eine Frage stellen. Gibt es etwas, das du einfach nicht kannst? Obwohl du es eigentlich gerne können möchtest? Obwohl du dir vielleicht insgeheim sogar wünschst, es spielend leicht tun zu können? Ist deine Antwort ja?

Gut, dann haben wir jetzt etwas, womit wir „arbeiten“ können, du und ich, ganz heimlich und unter uns. Es muss niemand je erfahren 😉 Also stellen wir uns vor, das was du nicht kannst ist im Aufzug fahren. Nehmen wir einmal an du hast starke Platzangst und traust dich deshalb nicht in einen Aufzug.

you canBildquelle

Stell dir vor, du bist mit jemandem unterwegs und betrittst ein Gebäude. Die andere Person geht wie selbstverständlich zum Fahrstuhl. Du denkst „Oh nein, das kann ich nicht“. Vielleicht sagst du es auch, oder du sagst einfach, du nimmst lieber die Treppe. Aber mit hoher Wahrscheinlichkeit denkst du diesen Satz „Ich kann das nicht“.

Die meisten Menschen haben diese „Das kann ich nicht“ Momente. Worauf sich dieser Gedanke bezieht, ist zunächst zweitrangig. Natürlich rede ich hier nicht von Dingen, zu denen wir als Menschen oder du als Individuum physisch nicht in der Lage sind wie Fliegen oder an der Decke laufen. Ich rede von all jenen Situationen, denen wir mit der Überzeugung begegnen, ihnen nicht gewachsen zu sein.

Der Gedanke „ich kann nicht“ repräsentiert in aller Regel einen dieser anderen Gedanken: entweder „ich will nicht“, oder „ich bin noch nicht bereit“. Diese Gedanken werden in erster Linie aus Bequemlichkeit durch „ich kann nicht“ ersetzt. „Ich will nicht“ ist sozial oft nicht besonders anerkannt. Vielleicht willst du nicht anecken, dich bloßstellen oder du möchtest niemanden verärgern. „Ich bin noch nicht bereit“ würde heißen, dass man an etwas arbeiten muss, um irgendwann bereits dafür zu sein und das scheint oft als unlösbare Mammutaufgabe.

Versuche einmal, dich immer dann, wenn du denkst „ich kann nicht“ selbst zu überprüfen, ob du nicht willst, oder noch nicht bereit bist. Das Aufzugfahren wäre so ein Fall von „ich bin noch nicht bereit“. Denn das Betreten des Faahrstuhls und das Verlassen, wenn er in der entsprechenden Etage angelagt ist, stellt keine physische Herausforderung dar. Vielleicht willst du wirklich nicht den Fahrstuhl nehmen, aber du würdest für deine Begleitung eventuell eine Ausnahme machen. Da du Platzangst hast, fürchtest du wahrscheinlich, der Aufzug könne stecken bleiben und du wärst darin gefangen und dieser Gedanke macht dir Angst. Durch „ich kann nicht“ lässt du die Angst einfach diesen Raum einnehmen, du überlässt die Entscheidung deiner Furcht.

Indem du dir sagst, „ich bin noch nicht bereit“ nimmst du die Entscheidung wieder selbst in die Hand. Denn du verfügst über deinen Körper, du hast die Kontrolle über deine Handlungen. „Ich kann nicht“ lässt keinen Raum für Entwicklung, während „ich bin noch nicht bereit“ die Möglichkeit impliziert, dass du irgendwann soweit bist. Jedesmal, wenn du die Treppe nimmst, kannst du dir vorstellen wie es wäre, im Aufzug zu fahren. Du kannst es üben, vielleicht möchtest du jemanden bitten, mit dir zu fahren. Fahr zuerst nur ein Stockwerk und spüre nach.

Der Fahrstuhl ist hier nur ein Bild. Egal, worüber du denkst, du kannst es nicht, mach dir klar, dass es nur ein Gedanke ist und dass du diesen Gedanken glaubst. Das macht ihn aber nicht wahrer.

Es ist in Ordnung, dass du noch nicht bereit bist, das zu tun, was du dir wünschst. Aber das ist kein Grund, den Wunsch auf dem Altar der Angst zu opfern. Du darfst dir alles wünschen, was du dir je vorstellen könntest. Du kannst alles erreichen, was du dir ausgemalt hast. Du musst dir nur erlauben, den Wunsch zu spüren. Die Sehnsucht muss größer sein, als die Angst. Ist das nicht ein schöner Gedanke?

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2 Kommentare zu „12 Tage Advent – das elfte Türchen

  1. Ich denke mir immer, kurz bevor ich ein Mädchen ansprechen will: Nein, dass kannst du doch nicht. Dann hilft es nur in einer „dies ist vielleicht die einzige Chance“ – Kategorie zu denken, dann klappt es doch meistens mit viel stottern und einer großen Portion Herzklopfen.

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    1. Ja das ist auch etwas, das viel Mut erfordert, auf Andere zuzugehen. Manchmal hilft es vielleicht auch sich zu überlegen, dass die andere Person auch nur ein Mensch ist und ihre Unsicherheiten hat. Und wenn man wirklich auf Ablehnung stößt, dann hat man einfach nicht die richtige Person angesprochen 🙂 ☆

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