Leben · Lebensfreude

Abschiedsbrief

Das neue Jahr ist nun schon ein paar Tage alt, es fuhlt sich noch frisch an, ungewohnt, aber trotzdem schon wieder gemütlich und vertraut. Ein bisschen wie ein frisch bezogenes Bett, in das man sich am Abend besonders gern hinein legt und auf wunderbare Träume hofft.

Trotzdem hat auch das „alte“ Jahr uns noch nicht ganz los gelassen, es hängt uns irgendwie noch nach. Um das vergangene Jahr noch einmal vorüberziehen zu lassen, mich zu bedanken und Abschied zu nehmen, habe ich einen Brief geschrieben (die Inspiration dafür habe ich aus diesem Youtube Video, aber die Worte und Gedanken sind meine ganz eigenen).

bye

Bildquelle

Liebes Jahr 2014,

nun bist du schon vergangen, dabei fühlt es sich so an, als hättest du gerade erst begonnen. Aber das ist vielleicht so, wenn man älter wird, die Zeit vergeht immer schneller. Und es ist auch viel passiert mit uns beiden.

Du hast angefangen, zwar wunderschön im winterlichen Antwerpen, aber doch als ein Jahr der Unsicherheit, der Zweifel und Ängste. Im Januar habe ich mein Studium abgeschlossen, und konnte mich doch nicht darüber freuen. Auf die kraftraubende Zeit des Studienabschlusses folgte eine nervenzehrende Bewerbungsphase, die Suche nach der ersten Festanstellung, ein finanzieller Engpass und ein wenig erfreulicher Nebenjob. Aber es war auch eine Zeit, die es mir ermöglichte, mich intensiv meiner Therapie zu widmen und mich dem Kampf gegen die Angst zu stellen. Ich bin unheimlich froh und dankbar, dass ich diese Monate hatte, ohne einen festen Job, ohne einen streng geregelten Tagesablauf, so dass ich jede Woche meine Therapeutin aufsuchen und mich mit ihrer Hilfe langsam aus meiner Angst befreien konnte.

Im April habe ich eine neue Arbeit angefangen, die sich schließlich im Juni zu meiner ersten Festanstellung entwickeln sollte. Und ich habe an der ersten Gruppe teilgenommen, angeleitet durch meine Therapeutin. Dort lernte ich andere Menschen kennen, die ähnliche Probleme hatten wie ich, und wir arbeiteten gemeinsam an Methoden, um unsere Verhaltensmuster loslassen zu können.

Der Sommer war kurz, aber wunderschön. Er begann mit der Hochzeit von zwei Menschen, die mir sehr lieb geworden sind, im Mai, es gab einen Urlaub in Belgien (darüber gibt es übrigens hier mehr zu lesen 🙂 ) und ich habe an einer zweiten Gruppe teilgenommen, diesmal ausschließlich mit weiblichen Teilehmern.

Im Herbst konnte ich eine Woche goldenen Sonnenschein bei meiner Familie genießen und ein paar herrliche Tage in Wien verbringen. Der Herbst brachte auch die Krankheit einer lieben Person in meiner Familie mit sich. Das war einer deiner weniger schönen Momente, 2014. Doch die Hoffnung bleibt, dass der Kampf gewonnen werden kann.

Dann kam auch schon die Adventszeit mit meinem Blog Adventskalender, der mir sehr viel Freude bereitet hat. Die Weihnachtszeit konnte ich in diesem Jahr nicht so sehr genießen, wie es normalerweise der Fall ist. Trotzdem hatte ich ein schönes Fest mit meiner Familie und habe das neue Jahr mit Freunden und Freundesfreunden begrüßt.

Ja, 2014, wir haben einiges zusammen erlebt. Wenn ich es jetzt so Revue passieren lasse, dann bist du als Jahr immer besser und besser geworden. Es stimmt, wir hatten keinen guten Start. Aber spätestens ab dem Frühjahr haben wir zusammen viel geschafft. Ich durfte viele neue Menschen kennen lernen und einige auch als Freunde gewinnen. Ich habe viel gelernt und bin gewachsen. Ich habe mir erlaubt zu träumen und ich bin gespannt, welche Träume sich erfüllen werden.

Ich danke dir, 2014, dass du ein schönes und lehrreiches Jahr für mich warst. Du hast mir vieles gezeigt, meine Neugier geweckt und mich aus meinem Schneckenhäuschen gelockt. Ich verabschiede mich mit einer festen Umarmung von dir. Wir werden uns nicht wiedersehen, aber in meinem Herzen wirst du immer bei mir sein.

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4 Kommentare zu „Abschiedsbrief

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