Leben · Lebensfreude

Ausmisten

Hallo und herzlich willkommen zurück 🙂

Wie bereits angekündigt ist mein Monatsthema für den Februar Verzicht und Bewegung. Heute geht es um Verzicht, genauer gesagt darum, auszumisten. Bald steht auch schon der Frühling vor der Tür, dann heißt es „Frühjahrsputz“. Dieses Jahr sind wir einfach etwas überpünktlich und fangen schon im Februar damit an, uns damit zu beschäftigen.

Die Frage ist: Worauf kannst du verzichten? Schau dich in deiner persönlichen Umgebung um. Dein Zimmer, deine Wohnung, dein Hausboot, der Ort, an den du „Zuhause“ nennst. Hast du viele Besitztümer?

Ich kann diese Frage klar mit „ja“ beantworten. Ich habe ziemlich viel Krempel, ich liebe Flohmärkte, wenn etwas schön und alt und gebraucht (und am Besten noch aus Porzellan) ist, kann es ganz leicht mein Herz gewinnen und sich in meine Wohnung schleichen.

Aber was davon brauche ich eigentlich wirklich? Was nützt mir? Und was habe ich seit Wochen oder Monaten nicht benutzt? Gibt es dafür einen Grund?

less stuff

Bildquelle

Das Leben ist im Fluss, alles bewegt sich, und so ist es nur natürlich, dass sich auch die Dinge, Gewohnheiten und vielleicht sogar die Menschen verändern, mit denen wir uns umgeben, die wir brauchen und die uns „nützlich“ sind. Diese Tatsache zu erkennen und anzuerkennen ist manchmal ganz schön schwierig. Wir hängen an Altem, Vertrautem und wollen es nicht loslassen. Gleichzeitig wünschen wir uns, Neues hinzufügen zu können, neue Gegenstände, neue Gewohnheiten, neue Vertraute. Wenn wir aber immer nur hinzufügen, ohne auch etwas loszulassen, dann landen wir früher oder später in einer riesigen Müllhalde. Aussortieren ist also notwendig, aber wie macht man das?

Ich bin in den letzten Jahren häufig umgezogen, was dazu geführt hat, dass ich mir regelmäßiges Ausmisten zur Gewohnheit gemacht habe. Trotzdem habe ich eigentlich zu viel, ich besitze zu viele Dinge. Ich spreche hier nicht von teuren oder besonderen Dingen. Die Kleinigkeiten machen den Unterschied (Textmarker, drei Bleistiftspitzer, alte Schachteln, Souvenirs, billige Schuhe und Handtaschen, von denen ich mich nicht trennen kann). Ich mag meine Sachen, zumindest die Meisten, und ich fühle mich wohl, wenn sie um mich herum sind. Meine Bücher zum Beispiel. Man kann schon fast sagen, dass ich Bücher sammle. Nicht, weil ich unendlich viele habe oder neue kaufe, sondern weil ich sie, wenn ich sie einmal besitze, eigentlich nicht mehr abgebe. Es widerstrebt mir irgendwie, mich von Büchern zu trennen, egal ob es Fachbücher sind, die ich nach dem Studium nicht mehr brauche, oder Romane, die mir überhaupt nicht gefallen habe. Manchmal fällt es mir auch deshalb schwer, mich von etwas zu trennen, weil ich damit Erinnerungen verbinde. Aber in Wirklichkeit sind die Erinnerungen  ja in meinem Kopf, nicht in einem Gegenstand.

Ich habe daher beschlossen, ein „Erinnerungsbuch“ anzulegen, in das ich Fotos von Gegenständen kleben kann, mit denen ich eine Erinnerung verbinde. Das wäre eine Möglichkeit, etwas Altes, das ich nicht mehr benötige und nur aufgrund seines sentimentalen Wertes behalte weg geben zu können, ohne es wirklich aufgeben zu müssen. Es kann seine Funktion als „Erinnerungsstütze“ weiter behalten, ohne physisch in meinem Besitz sein zu müssen.

Aufräumen und Ausmisten ist für mich befreiend. Es gefällt mir, wenn ich irgendwo neuen Platz geschaffen habe, den ich dann wieder füllen kann. Mich von Dingen zu trennen, die ich nicht mehr brauche, gibt mir ein Gefühl von Erleichterung. Als ob ich tatsächlichen Ballast abgeworfen hätte. Ich freue mich, wenn ich Unnützes über Bord werfen kann.

Gleichzeitig ist es wie eine Einladung, etwas Neues herein zu lassen. Ein frischer Wind kann durch die Räume wehen. Oder der Platz kann eine Weile leer bleiben, auch das ist schön.

Schließlich geht das Ganze dann wieder von vorne los. Ich habe wieder so vieles angesammelt, dass ich unbedingt ausmisten muss. Aber so ist das Leben. Wir gewinnen und verlieren, wir sammeln und wir trennen uns, wir verschenken unser Herz und lassen wieder los. Alles ist im Fluss, Altes wechselt sich mit Neuem, dass langsam selbst wieder zu Altem wird und immer so weiter.

Möchtest du auch aufräumen in deinem Leben? Dich von etwas befreien? Etwas loswerden? Ich bin gespannt zu lesen, was es ist 🙂

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5 Kommentare zu „Ausmisten

  1. Das Problem mit den Büchern kenne ich sehr gut. Habe vor wenigen Wochen zum ersten Mal einen riesigen Stapel an das Hilfswerk verschenkt, damit diese es um je 50 Cent an Menschen weitergeben können, die sich neue Bücher nicht leisten können. Ich kaufe auch immer mehr Bücher als E-Book, die brauchen nur Speicherplatz. 🙂

    Mein Schatz ist der typische Ausmister, ich die typische Sammlerin. Ich habe von ihm gelernt, dass ich zumindest bei Kleidung für ein neues Teil immer auch ein altes ausmustere. 🙂

    Herzliche Grüße,

    Caroline

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    1. Ah, noch eine Bücherliebhaberin 🙂 Ich fürchte, ich muss mich auch mal überwinden, einige meiner Bücher abzugeben. Das mit dem Hilfwerk ist eine gute Idee! Über Ebooks denke ich auch zunhemend nach, allerdings liebe ich auch einfach die Haptik von Büchern. Aber es hat viele praktische Vorteile 🙂

      Liebe Grüße
      Anna

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  2. Ich miste ständig aus. Gerade erst habe ich eine Mütze in einen Umsonstladen gebracht. Zuvor hab ich aber von da auch Stulpen für die Hand mitgenommen. Mein Besitz ist also nicht weniger geworden, aber dafür habe ich jetzt warme Hände beim Tippen am PC 😀

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      1. Ich glaube, ich könnte hin und wieder auch mehr abgeben. Hab ich aber gerade erst gemacht, da ich umgezogen bin und wirklich extremst aussortiert habe. Platzmangel kann unheimlich befreiend sein.

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