Leben · Lebensfreude · Liebe

Schmetterlinge

Leider habe ich es letzten Donnerstag nicht geschafft, wie gewohnt einen Post hier zu veröffentlichen. Das Leben ging so seinen Gang, ich hatte wundervollen, jahrelang nicht gesehenen Besuch und es war einfach viel los.

Besser spät als nie möchte ich nun aber doch noch einen letzten Eintrag zum Thema des Monats März verfassen.

butterfliesBildquelle

Im Moment gibt es einen Song, ich vermute, dass er in den Charts ist, jedenfalls läuft er im Radio. Er heißt Wolke 4 von Philipp Dittberner & Marv. Irgendwie hat mir dieser Text total zu denken gegeben. Da heißt es nämlich „Lieber Wolke 4 mit dir, als unten wieder ganz allein.“ Vielleicht interpretiere ich das auch vollkommen falsch, aber für mich hört sich das so an: „Ich bin lieber mit dir zusammen, obwohl ich dich nicht wirklich liebe (also nicht mit dir auf Wolke 7 schwebe), als allein zu sein.“

Falls eingefleischte Fans der genannten Künstler hier mit lesen oder jemand diese Interpretation völlig unbegründet findet, dann lasse ich mich gerne eines Besseren belehren. Für mich jedenfalls klingt dieses Lied, als ob darin die Halbherzigkeit einer eigentlich nicht gewollten Beziehung besungen wird. Lieber mit irgendwem zusammen, die Hoffnung auf die große Liebe (Wolke 7) am Besten ganz aufgeben, statt allein zu sein und gar niemanden zu haben.

Mir kommt es so vor, als ob sehr viele Menschen in Beziehungen dieser Art stecken. Natürlich muss das jeder für sich selbst entscheiden und vielleicht ist für manch Eine/n die Angst vor dem Alleinsein so groß und unüberwindbar, dass jede Beziehung als die bessere Option erscheint.

Aber was ist mit den Schmetterlingen? Jedes Alleinsein birgt doch die Chance, Neues zu entdecken. Sich auf etwas einzulassen. Alleine oder mit jemand anderem. Nur, weil man allein, also ohne Partner ist, muss man nicht einsam sein. Aber wie groß muss die Einsamkeit sein an der Seite eines Menschen, für den man nur ein halbes Herz übrig hat? Kann es wirklich besser, oder auch nur genauso gut sein, ein Leben lang auf Wolke 4 zu verbringen, statt auch nur einmal auf Wolke 7 zu sein? Kann halbwahre Liebe das Methadon für echte Gefühle sein? Für das Kribbeln, wenn man sich so richtig verliebt? Wenn jede Minute ohne den Anderen schmerzt? Wenn die winzigsten Kleinigkeiten ein unendliches Gefühl der Glückseligkeit bewirken können?

Menschen benutzen einander andauernd und für alles Mögliche. Zusammen ist man weniger allein, das mag schon stimmen. Aber wer möchte für einen anderen Menschen schon gerne die zweite Wahl sein? Die alternative Heilmethode für die Einsamkeit, weil die wahre Liebe zu viel kostet? Das Trostpflaster auf dem gebrochenen Herzen? Kann das Glück sein?

Wenn ich die Wahl hätte mich zu entscheiden, entweder ein Leben lang in mehr oder minder angenehmer Gleichgültigkeit zu leben, oder immer wieder zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt zu schwanken, dann würde ich mich für Option 2 entscheiden. Liebe kann weh tun, sehr wahrscheinlich wird sie früher oder später einmal weh tun, dafür bedarf es nicht einmal einer Trennung. Aber die Schmetterlinge sind den Schmerz wert.

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3 Kommentare zu „Schmetterlinge

  1. Ich interpretiere das Lied ganz genau so wie du. Die Wolke 4 ist für mich so eine Art Sicherheit lieber keine perfekte Beziehung als gar keine so erkläre ich mir das 🙂

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