Lust auf... · Reisen

Ein Wochenende in Utrecht

Das Osterwochenende habe ich mal wieder für eine kleine Reise genutzt. Diesmal ging es in die Niederlande, und zwar nach Utrecht. Obwohl Utrecht die viertgrößte Stadt in Holland ist, ist es ein recht beschauliches Plätzchen mit einer langen Geschichte, denn schon die Römer haben hier eine Siedlung errichtet (Traiectum). Im 7. Jahrhundert kam ein Mönch aus England nach Utrecht und gründete hier eine christliche Gemeine, und im 12. Jahrhundert wurde dieser dann das Stadtrecht verliehen. Ein einschneidendes Erlebnis für die Stadt ereignete sich 1674, als ein heftiger Tornado den Dom von Utrecht zerstörte. Nur der Turm des Doms (Domtoren) blieb unversehrt und steht daher heute allein an einem Ende des Domplatzes, an dessen anderer Seite ein neuer Dom aufgebaut wurde.

Hier also ein paar meiner Eindrücke zu Utrecht.

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Blick aus dem Appartment in den Garten

Unterkunft

Ich habe ein kleines Ferienappartment mit eigener Küche und Bad über Airbnb gebucht. Die Gastgeber Kitty und Werend haben uns sehr herzlich in Empfang genommen. Das Appartment liegt nicht direkt im Zentrum, man kann aber mit verschiedenen Buslinien schnell überall hin kommen und es dauert schätzungsweise 20-30 Minuten von der Wohnung zu Fuß ins Zentrum zu laufen (habe ich allerdings nicht ausprobiert).

 

Sehenswert

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Ansichten der Oudegracht. Im rechten Bild sieht man auch den Domturm (Domtoren).

Eine Besonderheit von Utrecht stellt die Oudegracht dar. Diese Gracht liegt sozusagen eine Etage tiefer als die Straßen und ist gesäumt von alten Lagerhäusern, die heutzutage häufig Restaurants beherbergen. So sitzt man bei schönem Wetter direkt am Ufer der Gracht auf einer Art kleinen Terrasse.

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Eindrücke aus Utrecht. Links ein Brunnen, rechts oben das Papsthaus, rechts unten eine Statue von Anne Frank.

Eine Empfehlung unseres Gastgebers Werend war die Führung DomUnder. Diese findet in dem Gewölbe unterhalb des Domplatzes statt. Diese Führung ist sehr beliebt, daher sollte man sie möglichst schon im Voraus buchen, das geht hier. Die Führung begann mit einer kleinen Einführung und einem Film. Da dem Herrn, der die Führung leitete, nicht bewusst war, dass zwei Leute anwesend waren, die des Niederländischen nicht mächtig waren, haben wir zunächst nicht viel verstanden. Ich habe ihn dann aber darauf angesprochen und gefragt, ob auch noch etwas in Englisch erklärt werden könnte und wir konnten dann sogar den Film im Anschluss an die Führung noch einmal auf Englisch ansehen. Eine Privatvorstellung nur für uns sozusagen. Die Leute dort waren wirklich unheimlich freundlich und bemüht. Die Führung an sich war dann sehr interaktiv. Jeder Teilnehmer bekam eine große Taschenlampe, an der auch ein Kopfhörer befestigt war, den man sich ans Ohr klippen konnte. Wir sind dann einen Rundgang unter dem Domplatz abgelaufen und konnten Ruinen und Bruchstücke verschiedener Epochen sehen. Mit den Taschenlampen musste man kleine Plaketten anleuchten, die ein Funksignal sendeten, woraufhin man über den Kopfhörer die jeweilige Erklärung zu den ausgestellten Fundstücken bekam. Ich bin total begeistert von diesem Konzept, denn man fühlt sich direkt selbst wie ein kleiner Forscher, der in Ruinen nach einem Schatz sucht – nämlich nach der nächsten kleinen Plakette, damit die Erklärungen weiter gehen und man nichts verpasst 🙂 Es gab sogar zwei kleine animierte Filme zur Stadtgeschichte (da unten unter der Erde!) zu sehen, eine davon zeigte den Sturm, der den Dom von Utrecht 1674 zerstörte. Insgesamt wirklich eine sehr empfehlenswerte Führung. Als wir dann wieder nach oben auf den Platz kamen stand da noch einer der Mitarbeiter und hatte ein Tablet in der Hand. Es gbt nämlich eine App, die den Domplatz in verschiedenen Epochen zeigt, von Römerzeit übers Mittelalter bis heute. Wenn man die App startet und sich dann mit dem Tablet in der Hand im Kreis dreht kann man in der Animation sehen, wie dieser Platz in diesen Zeiten aussah. Multimedial sind die Utrechter wirklich ganz weit vorne.

Shopping

Die Innenstadt von Utrecht eignet sich ganz hervorragend zum Bummeln. Es gibt viele kleine Geschäfte, die einen Besuch wert sind. Wer gerne Kleinigkeiten für Haus und Garten shoppt ist mit Dille & Kamille sehr gut bedient. Schmuck und (Wohn-)Accessoires findet man auch in dem winzig kleinen concept store alltheluckintheworld. Und wer gerne Gebrauchtes shoppt, sollte den sehr gut sortierten Secondhandladen episode nicht verpassen. Wenn man von all dem Shoppen dann müde und hungrig ist lohnt sich ein Abstecher in das Café Smaak, denn hier gibt es den cremigsten Käsekuchen, den man sich überhaupt nur vorstellen kann.

Utrecht ist auf jeden Fall eine Reise wert. Es gibt auch einige Museen, die sicher interessant wären, aber die anderthalb Tage, die ich dort verbracht habe, haben dafür nicht ausgereicht. Ich fahre aber bestimmt irgendwann nochmal wieder hin!

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