Alltag · Leben

Von A bis E

Hallo und willkommen zurück 🙂

Der Monat April steht ja ganz im Zeichen des Erfolges und ich hab mir dazu so meine Gedanken gemacht. Sicherlich definiert jeder Mensch Erfolg für sich selbst anders und auch immer wieder neu. Als ein „klassisches“ Erfolgsmodell gilt ja zum Beispiel „reich und sexy“, aber das ist eine recht einseitige Sichtweise. Manche Menschen finden vielleicht, Erfolg hat man dann, wenn man Macht hat. Aber wann hat man die schon wirklich?

little things
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Viel interessanter jedoch als das Ergebnis, also als der Erfolg, den man tatsächlich erreicht, ist doch eigentlich der Anfang, der Ausgangspunkt. Woher komme ich und wohin möchte ich? Was sind meine Ziele? Worin besteht für mich der Erfolg, den ich anstrebe. Häufig neigen wir dazu, uns mit den Menschen zu vergleichen, die wir als erfolgreich ansehen, die also schon am Ziel sind. Wir vergleichen uns nach oben, fast nie nach unten. Dabei kennen wir zwar unsere eigenen Anfänge sehr gut, aber selten die Anfänge derer, die wir bewundern. Wir wissen nicht, wie lange sie gebraucht haben, um ans Ziel zu kommen, welche Wege sie genommen, welche Abzweigungen sie verpasst, wie viele Chancen sie sausen lassen haben, wie viele schlaflose Nächte, Momente der Verzweiflung, Höhenflüge und Zwischenerfolge sie erlebt haben. Wir kennen meist nicht die ganze Geschichte und von außen betrachtet sieht es doch irgendwie immer so leicht aus. Das liegt daran, dass das Ergebnis schon fest steht. Es ist schon klar, dass der Erfolg irgendwann eintritt, wir können das sehen.

Bei uns selbst wissen wir nicht, ob es soweit kommen oder ob wir auf halber Strecke oder gar kurz vor der Ziellinie scheitern werden. Wir müssen vertrauen und hoffen und darauf hin arbeiten, aber wir haben keine Gewissheit. Während wir uns so unseren Weg durch das Dickicht der Hindernisse auf dem Weg zum großen Traum bahnen vergessen wir den Weg, der schon hinter uns liegt. Wir verlieren die kleinen oder großen Erfolge aus den Augen, die wir schon errungen haben. Wie gewonnen, so zerronnen. Es ist als würde man sagen, einen Halbmarathon geschafft zu haben bedeute doch eigentlich nur, dass man nicht fit genug für einen echten Marathon ist. Ist doch Quatsch, oder?

look again
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Warum also fällt es uns so schwer, uns selbst für etwas anzuerkennen? Den Schulabschluss kaum in der Tasche, haben wir schon das nächste Ziel im Auge. Studium, Ausbildung, den nächsten Abschluss, das erste Gehalt, den besseren Job, den Firmenwagen, den Vorstandsvorsitz. Warum drehen wir uns nicht mal um und schauen zurück? Genießen die Aussicht, lachen über die Berge, die uns so unüberwindbar hoch erschienen, dass wir glaubten sie niemals erklimmen zu können. Und die sich nun rückblickend lediglich als kleine Hügel erweisen. Erinnern uns an die Anstrengungen, die wir unternommen haben und an die Strecken, die wir gemütlich mit der Seilbahn zurück gelegt haben. Auch die steilen Talfahrten könnten wir uns ansehen und uns daran erinnern, dass es ja doch wieder bergauf ging und selbst im tiefsten Tal noch die Sonne manchmal schien.

Vielleicht würden wir da stehen, auf halbem Weg den nächsten Berg hinauf. Die Aussicht genießen und tief durch atmen. Würden Kraft schöpfen aus der Landschaft unsere bisherigen Lebens. Wir würden an gute und schlechte Zeiten denken und uns auf Erfolge besinnen, die wir beinahe vergessen haben. Und daraus würden wir Kraft schöpfen für den weiteren Aufstieg und Vertrauen. Es ist doch immer weiter gegangen. Das Leben hat schließlich nur eine Richtung. Wir müssen weiter gehen, früher oder später auf die eine oder andere Weise. Aber wir müssen uns nicht hetzen und wir müssen nicht so tun, als hätten wir nichts erreicht. Als wäre das Ziel des Lebens, es zu Ende zu bringen.

Also drehen wir uns ab und zu um und riskieren einen Blick zurück. Und gönnen uns all die kleinen und großen Erfolge, die es gab und gibt und geben wird.

Was ist dein letzter, größter, schönster oder kleinster Erfolg? Ich würde mich freuen deine Geschichte zu lesen!

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6 Kommentare zu „Von A bis E

  1. Oh ja, du hast so recht. Ich habe schon viel in meinem Leben gemacht, aber nicht, um Erfolg zu haben und reich zu werden, sondern um meine große Neugier und Wissensfreude zu befriedigen.

    Ich bin bereits Heilmasseurin bzw. jetzt med. Masseurin, Anthropologin und Ernährungsvorsorgecoach. Dazu kommen noch viele Kurse an VHS und einer spirituellen Praxis. Sogar einen Schafscherkurs habe ich schon mal besucht. Einfach zum Spaß. 🙂 Viele Bücher zu den unterschiedlichsten Themen gelesen etc. Außerdem arbeite ich ehrenamtlich im Wr. Hilfwerk im Lernclub mit. Da kann ich benachteiligten Familien, hier den Kindern, helfen, was mir große Freude macht und für mich Erfolg bedeutet. Ich habe im NHM Wien freiwillig vier Praktika besucht. Ich bin stolz auf meine Leistungen, auch wenn viele es lieber sehen würden, wenn ich einen top dotierten Job hätte, der meinen Ausbildungen entspricht. Das entspricht aber nicht meinen Wertvorstellungen oder meinem Charakter.
    Ich liebe es, mein Wissen stätig zu vermehren und zu ergänzen. Das ist mein steter Antrieb.
    Zur Zeit arbeite ich als Kanzleileiterin einer Anwaltskanzlei. Nun, das Leben ist viel zu kurz, um nicht jeden Tag etwas Neues zu lernen. Das ist mir Erfolg genug. 🙂

    Ich habe vor 12 Jahren aufgehört, mich mit anderen, insb. meiner nächstjüngeren Schwester, zu vergleichen. Ich bin ICH, und das ist gut so.

    Herzliche Frühlingsgrüße,

    Caroline aus Wien

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    1. Liebe Caroline,

      Wow da hast du aber echt schon viel gemacht! Ich finde es toll, dass du so viele verschiedene Interessen hast und denen auch nachgehst. Das ist eine große Bereicherung.
      Gerade in der Familie ist das oft schwer sich nicht zu vergleichen (oder verglichen zu werden). Ich habe da insofern Glück, als mein Bruder viel älter ist und von vornherein ganz andere Voraussetzungen hat (Generation, Ausbildung etc.). Wichtig ist, dass man selbst mit dem glücklich ist, was man erreicht hat, sich und seinen Zielen treu bleibt. Die Anderen haben ja ihr eigenes Leben das sie gestalten können. Nur reicht das Vielen nicht :-/

      Sonnige Grüße ins schöne Wien 🙂
      Anna

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      1. Danke, liebe Anna, für deine lieben Zeilen. Ich freue mich sehr darüber. 🙂
        Ja, da hast du offenbar wirklich Glück, dass du einen so viel älteren Bruder hast. 🙂

        Herzliche Grüße,
        Caroline

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  2. Danke für deine Gedanken mit uns teilen Anna!

    Versuche auch schon länger rauszufinden, was Erfolg für mich bedeutet. Und habe jetzt beschlossen, dass ich mich erfolgreich fühle, wenn ich mache, was mir liegt und Spaß macht.
    Deshalb war mein letzter großer Erfolg auch eine Titelseite bei einer Berliner Zeitung. Und kleine Erfolge sind jedes Like für meinen Blog ☺️
    Hab ein schönes Wochenende!! L*

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    1. Hey Lilia, dich hab ich hier schon länger nicht mehr gesehen, freu mich!
      Also eine Titelseite finde ich schon einen ziemlich riesigen Erfolg! Aber irgendwie kann man das bei sich selbst oft nicht so wahrnehmen. So geht’s mir jedenfalls 🙂
      Liebe Grüße aus Köln

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      1. Hihi Anna- mit geht’s genauso. Vor allem, weil ich mir oft Ziele stecke, die schwer bis gar nicht zu erreichen sind. Denn bei der Titelseite dachte ich kurz nach dem Freuen schon: Na toll, meine Miete kann ich davon auch nicht zahlen ☺️
        Bin erleichtert, dass du auch ’so eine‘ bist! Alles Liebe in mein altes Zuhause Köln!

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