Alltag · Leben

Entscheide dich weise

Hallo und willkommen zurück! Da ist der April auch schon fast vorbei, kaum zu glauben.

Heute möchte ich etwas zum Thema Entscheidungen schreiben. Mir scheint es, je weiter ich auf meinem Lebensweg voran schreite, desto mehr Entscheidungen warten auf mich. Sie lauern hinter jeder Biegung, schon am frühen Morgen begegnen sie einem in der Küche. Kaffe oder Tee? Müsli oder Toast? Kleid oder Hose? Und das sind nur die Einfachen!

Ich bin nicht der größte Freund von Entscheidungen, von Festlegen. Jede Entscheidung ist ein Mord an Millionen von Möglichkeiten, sagt man doch. Ich möchte meine Hintertürchen und Auswege haben, mich zur Not schnell und schmerzfrei aus einer Situation lösen können. Das gilt für nahezu alle Bereiche meines Lebens. Es ist letztendlich der Fluchtinstinkt, der in mir schlummert. Bloß nicht in zu feste Strukturen und Bindungen geraten, denn wer weiß, wie man die wieder lose kriegt.

Aber ehrlich mal. Geht das nur mir so? Es scheint mir, als würde man bei jeder Gelegenheit aufgefordert, sich zu bekennen. Was sind deine Karrierepläne? Willst du mal heiraten und Kinder haben? Wählst du rot oder schwarz? Hund oder Katze? Ärzte oder Hosen (oh wie neunziger von mir!)? Wahrscheinlich liegt dieser permanente Entscheidungsdrang darin begründet, dass die Menschen einander gerne einordnen mögen. Möglichst in Schema F, aber zur Not geht auch Schema G oder so. Hauptsache sie wissen, was zu erwarten ist. Ach die Anna, das ist so eine. Die macht das immer. Ne, die mag keine Bananen. WAS? Du isst neuerdings Bananen?? Wieso das denn jetzt?

Für mich ist es unheimlich anstrengend, mich dauernd auf irgendwas festlegen zu sollen. Was, wenn ich das nicht möchte. Ich hoffe doch auch mal, dass ich mich in den nächsten Jahren weiter entwickle und verändere und damit ändert sich auch meine Sichtweise, meine Vorlieben, Abneigungen und Wünsche und Ängste. Ein bisschen Entspannung in die Ungewissheit könnte uns allen (mir definitiv auch) doch mal ganz gut tun. Warum muss ich immer so genau wissen, was ich will und was ich vielleicht mal wollen werde? Klar, ich denke über die Zukunft nach und habe Pläne und Träume. Aber die ändern sich auch und das finde ich ok. Manchmal greift man dann auf alte Bekannte zurück und träumt einen fast vergessenen Traum doch nochmal. Oder man wirft einen plötzlich über Bord und denkt nie mehr dran zurück.

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Bildquelle: https://www.pinterest.com/pin/536913586800657016/

Ich habe für mein Leben keine sehr konkreten Pläne. Ich will glücklich sein und tun, was mich erfüllt. Was das sein wird? Mal sehen. Ich bin bereit, einiges zu versuchen. Mich vom Leben leiten zu lassen. Meine Flügel auszubreiten und den Wind darunter fahren zu lassen und dann mal sehen, wohin er mich trägt. „Und ich hebe die Arme um zu sehen ob die warme Nachtluft mich trägt“ (Wir sind Helden). Ein bisschen mehr Leichtigkeit bitte 🙂

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Ein Kommentar zu „Entscheide dich weise

  1. Liebe Anna, ja, Entscheidungen treffen mag ich auch nicht so gerne. Alles wird in Kategorien eingestuft. Jeder muss zu einer Gruppe gehören, sonst ist man offenbar nichts wert. Das führt doch zu nichts. Es fängt ja schon bei den Geschlechterrollen an. Typisch Mann, typisch Frau. So ein Blödsinn. Jeder hat seine Talente, Schätze und Gaben und diese nutzt er/sie im besten Falle so, dass er/sie auf seinem/ihren Lebensweg gut vorankommt. Was morgen kommt, weiß niemand, also warum soll ich heute all meine Ziele wissen? Alle Wege führen irgendwann dorthin, wo ich hin soll, meine Lebensaufgabe gut zu erfüllen zu können, um das zu lernen, was ich mir vor meiner Geburt ausgesucht habe. Alles kommt zur rechten Zeit oder es ist unwichtig gewesen. Ich bin spirituell, sehr sogar, daher auch eine solche Antwort. Ich habe mich spontan entschieden, auf deinen Beitrag zu kommentieren. Beim nächsten kommt vielleicht nur ein Like. Wer weiß das schon.
    Hauptsache ICH bin zufrieden mit dem, was ich tue. Einzig und alleine ICH muss mich rechtfertigen, wenn ich die falsche Entscheidung getroffen habe, niemand anderer. Ich muss noch in den Spiegel schauen können, wenn sie nicht gepasst hat. Ich allein bin für meine Entscheidungen verantwortlich. Also, liebe Anna, langer Rede, kurzer Sinn, auch ich wünsche mir mehr Leichtigkeit. Her damit, ich kann davon nicht genug bekommen… 🙂

    Herzlich leichte Grüße aus Wien,

    Caroline

    PS: Deine Posts sind echt gut. Ich lese sie sehr gerne. 🙂

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