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Sei, wo du bist. Vom Genießen der Gegenwart

GegenwartIm Leben passiert irgendwie immer alles auf einmal. Zum Beispiel bin ich gerade bei meinen Eltern zu Besuch übers Wochenende. Während ich also mit ihnen Zeit verbringen möchte bin ich gleichzeitig noch zur Geburtstagsfeier einer alten Schulfreundin eingeladen, möchte die Verwandtschaft besuchen, Blogbeiträge schreiben, mich erholen und entspannen, mit meiner Mama einen Wellness Tag verbringen, den ich ihr zum Geburtstag geschenkt habe und alte Geschichten hören und Fotos schauen. Und das kann ich nicht alles gleichzeitig machen. Bin eben nicht multitaskingfähig?!

Aber Spaß beiseite. Warum habeeine Sachen wir eigentlich häufig das Gefühl, mehrere Dinge nebeneinander mit gleich hoher Wichtigkeit erledigen oder erleben zu müssen? Warum ist eine Sache nie genug? Bügeln und dabei fernsehen oder Sport machen und dabei Musik oder ein Hörbuch hören mag ja noch gut klappen. Aber gleichzeitig der Familie und den Freunden Aufmerksamkeit schenken? Gleichzeitig bloggen und alte Fotos schauen und die Geschichten dazu hören? Eher nicht so.

Dieses Wochenende habe ich mich also dazu entschieden, mich nicht zwischen alle Stühle zu setzen und stattdessen lieber meinem Bauchgefühl zu folgen. Ich verzichte also auf die Geburtstagsfeier und widme die Zeit lieber meiner Familie. Auf das Schreiben wollte ich trotzdem nicht verzichten 🙂 Dafür ist irgendwie immer Zeit un die ist mir auch sehr wichtig.

Es ist nicht ganz leicht für mich solche Prioritäten zu setzen und an einem anderen Wochenende hätten Freunde vielleicht den Vorzug vor der Zeit mit den Eltern bekommen. Aber heute nicht. Heute wollte ich einfach hier bei ihnen sein und ich habe diesem Gefühl nachgegeben. Das ist ohnehin etwas, das ich üben möchte. Fühlen und dann darauf hören und entsprechend reagieren.

Und was daraus folgt ist, die Reaktion der Anderen ausblenden. Meine Freundin ist vielleicht enttäuscht, dass ich für die Party kurzfristig abgesagt habe. Hätte ich heute den Wellness Tag nicht machen können, wäre meine Mutter sicher traurig gewesen. Heute ist mir aber klar geworden, dass ich manchmal einfach ganz bei einer Sache sein muss und mich darauf konzentrieren. Und nicht schon zehn andere Dinge im Kopf haben sollte, die ich noch tun wollte. Nicht beim Abendessen sitzen und schon nach der Uhr schielen, weil ich gleich los muss.

Wenn ich viele Sachen gleichzeitig mache dann führt das dazu, dass ich nichts davon mit voller Inbrunst tue und dann fühlt es sich am Ende auch nicht gut an, weil man zwar vieles getan hat, aber nichts so richtig. Alles hat seine Zeit und wenn ich den Menschen, Dingen und Tätigkeiten ihre Zeit einräume und sie ihnen dann auch gewähre, dann tut mir das gut. Viel besser, als wenn ich mich gar nicht auf eins einlassen kann, weil das nächste praktisch schon im Hinterstübchen in Position geht.

Ich möchte die besonderen Momente meines Lebens, auch die ganz kleinen, wirklich bewusst wahrnehmen. Ihnen ihren Raum geben und sie erleben, so lange sie dauern. Ob das nun eine Sekunde ist oder ein Tag oder ein Monat. Und das kann ich nur, wenn ich mich auch drauf einlasse.

Und ganz wichtig dabei ist, das Herz entscheiden zu lassen, was gerade oberste Priorität hat. Nicht den Kopf. Hör nie auf den Kopf, der wird immer mit angeblich vernünftigen Dingen daher kommen oder mit vorgeschobener Rücksihtnahme auf die Befindlichkeiten anderer Menschen. Aber darauf kommt es nicht an. Solange ich niemanden weh tue kann ich guten Gewissens das tun, was ich jetzt gerade für wichtig halte und was sich gut anfühlt. Das ist okay!

Hast du auch manchmal das Gefühl, tausen Dinge zugleich tun zu wollen? Oder sogar zu müssen? Sag mir, dass ich nicht die Einzige bin 😉

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2 Kommentare zu „Sei, wo du bist. Vom Genießen der Gegenwart

  1. Ohh du schreibst mir echt aus dem Herzen! Auch ein Thema was mich sher beschäftigt. Ich lebe und arbeite auch an einen neuen Ort, der viele Kilometer von meiner Heimat entfernt ist. Und somit bin ich auch oft nur ein Wochenende in der Heimat (ja, ich sage echt noch Heimat) Und dann habe ich auch soviel vor und am Ende bin ich gestresst oder traurig, das ich nicht alles schaffe. Und dann sitzt ich an meinen neuen Ort und habe oft viel Zeit. Ein seltsames Spiel, dies versuche ich zz auch neu zu ordnen 😉

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