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Blogadventskalender 5. Dezember

Heute verbirgt sich im Adventskalender ein Gedicht von Rainer Maria Rilke. Es gibt auch eine wunderschöne vertonte Version im Rahmen des Rilke Projekts des Komponisten- und Produzententeams Richard Schönherz & Angelica Fleer. Man kann diese natürlich kaufen, oder auch bei Spotify finden. Aber auch unvertont finde ich das Gedicht schon wunderschön.

Rainer Maria Rilke, Alles ist Eins

Einmal, am Rande des Hains,
stehn wir einsam beisammen
und sind festlich, wie Flammen
fühlen: Alles ist Eins.

Halten uns fest umfaßt;
werden im lauschenden Lande
durch die weichen Gewande
wachsen wie Ast an Ast.

Wiegt ein erwachender Hauch
die Dolden des Oleanders:
sieh, wir sind nicht mehr anders,
und wir wiegen uns auch.

Meine Seele spürt,
daß wir am Tore tasten.
Und sie fragt dich im Rasten:
Hast Du mich hergeführt?

Und du lächelst darauf
so herrlich und heiter
und: bald wandern wir weiter:
Tore gehn auf..

Und wir sind nichtmehr zag,
unser Weg wird kein Weh sein,
wird eine lange Allee sein
aus dem vergangenen Tag.

 

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