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Eine verschwiegene Krankheit

lebenundsterbenEs ist ein trauriges Thema und vielleicht passt es daher für Manche nicht sehr gut in die Stimmung der Feiertage. Aber Leben und Sterben, Gesundheit und Krankheit fragen nicht nach der Jahreszeit, nicht nach der Weihnachtsstimmung und auch nicht danach, ob es uns gerade gelegen kommt.

Ich habe einen Text gelesen, der mich berührt hat und den ich teilen wollte. In diesem Text beschreibt eine Frau, wie die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs bei ihrer achtzigjährigen Mutter gestellt wurde. Sie und ihre Familie haben sich entschlossen, es der Mutter nicht zu sagen. Sie wollten sie nicht mehr der Therapie aussetzen, sie nicht leiden sehen unter Chemotherapie und langen Krankenhausaufenthalten. Die Mutter sollte Zuhause sterben und ihre letzten Monate genießen können. Bis sie zuletzt sehr schwach wurde, hat das wohl auch geklappt.

Ist es moralisch richtig, einem Sterbenden die Diagnose vorzuenthlten? Haben Kinder das Recht, solche Entscheidungen für ihre Eltern zu treffen? Ich kann diese Frage nicht beantworten. Der Text jedenfalls ist berührend und schön. Man kann die Entscheidung irgendwie nachvollziehen und hat das Gefühl, dass sie gut war. Für diese Familie.

Und doch fragt man sich unweigerlich, ob es nicht grausam ist, eine solche Entscheidung für jemand anderen zu treffen. Wie man das übers Herz bringen kann, gerade bei der eigenen Mutter. Ich möchte nicht tauschen, eine solche Wahl könnte ich für einen anderen Menschen nicht treffen. Die Entscheidung ist aber auch eine Entscheidung für ein friedliches Lebensende, umgeben von der eigenen Familie und in den eigenen vier Wänden. Etwas, das viele Menschen sich sehr wünschen. So kann man diese Wahl vielleicht etwas besser verstehen.

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Ein Kommentar zu „Eine verschwiegene Krankheit

  1. Das ist wirklich traurig…aber ich denke, man kann nicht für andere entscheiden…der armen Frau ging es deswegen bestimmt nicht besser. Vielleicht Übelkeit oder Schmerzen deren Ursprung sie nicht kennt….Wenn sie gewusst hätte, dass sie sterben muss, hätte sie vielleicht noch einen Wunsch erfüllen können….Man kann es zwar teilweise verstehen….aber ich würde die Entscheidung selbst treffen wollen…

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