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Unbequem

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Vor etwa einem Jahr habe ich in diesem Beitrag hier schon einmal über Unbequemlichkeit geschrieben. Damals ging es um die Komfortzone und darum, sich etwas zu trauen. Dinge zu tun, bei denen einem vielleicht anfangs nicht ganz wohl ist und an neuen Aufgaben zu wachsen.

Komisch irgendwie, dass meine Gedanken nun, ziemlich genau ein Jahr später, wieder ein eine ähnliche Richtung gehen. Dass ich wieder gegen die Bequemlichkeit anschreibe. Vielleicht hat das mit dem Jahresbeginn zu tun, wer weiß?

Diesmal geht es aber nicht um die Komfortzone, obwohl die irgendwie auch damit zusammenhängt. Es geht eher um meine eigene Bequemlichkeit als Person.

Ich bin bequem. Für mich und für andere. Ich mache es mir leicht, nicht schwer, ich vertrete keine unpopulären Meinungen, sondern halte mich im Falle der Uneinigkeit eher zurück. Ich bin nicht laut und auffällig, eher im Gegenteil (obwohl das sich schon gebessert hat). Man wird sich mit mir auch nicht so leicht in die Haare kriegen. Ich bin eher an Kompromissen interessiert, fahre nicht gleich aus der Haut oder gehe an die Decke.

Langweilig, irgendwie. Ich habe wenig Ecken und Kanten. Bin zwar keine Ja-Sagerin, aber eine Versteherin. Und tatsächlich finde ich es wichtig, sich ein umfassendes Bild zu machen. Die meisten Dinge lassen sich nicht einseitig betrachten und selten hat eine Seite eines Streits oder einer Auseinandersetzung komplett Recht oder Unrecht. Ich denke nicht in absoluten Kategorien.

So ein bisschen mehr Unbequemlichkeit könnte mir allerdings gar nicht schaden, denke ich. Einerseits für mich selbst. Beim Sport zum Beispiel. Es fällt mir sehr schwer, mich selbst zu Höchstleistungen anzutreiben. Ich strenge mich nicht zu sehr an und dementsprechend sehe ich auch wenige Ergebnisse.

Besonders unangenehm finde ich meine Bequemlichkeit in Konfliktsituationen. Ich bin nicht aufbrausend und wenn jemand mich angreift oder sich nicht ganz korrekt verhält bin ich meist viel zu überrascht, um entsprechend zu reagieren. Es ist aber mein fester Vorsatz, mich nicht mehr so leicht aus dem Konzept bringen zu lassen. Zurückzuschlagen, wenn mir jemand dumm kommt. Natürlich nur verbal 🙂

Es ist vielleicht nicht ganz leicht, sich in dieser Hinsicht zu verändern, denn die alten Reaktionsmuster sitzen ziemlich fest. Doch jedesmal, wenn ich mir etwas nicht gefallen lasse, und seien es nur winzige Kleinigkeiten, dann bin ich stolz und fühle mich erfolgreich.

Und auch für meine persönliche Entwicklung nehme ich mir vor, mich nicht mehr so hängen zu lassen. Sondern mich zu fordern, auch mal an Grenzen zu gehen und vielleicht sogar darüber hinaus. Mich anzustrengen, Ziele zu setzen, etwas durchzuziehen und dann was zu erreichen.

Klingt eigentlich ganz einfach. Mal sehen, wie es so klappt. Falls du irgendwelche Tipps hast würde ich mich freuen, wenn du sie mir mitteilst 🙂

 

 

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3 Kommentare zu „Unbequem

  1. Tipps…da gibt es leider keine….Das Umfeld prägt einen…ich war auch so…bis ich zu meinem jetzigen Job kam….(Ich weiss, den, den ich schon längst hätte verlassen sollen….aus 1/2 Jahr sind jetzt 17 Jahre geworden). Ich abeite bei viel Sress, laut und Männer….und dass die einen ernst nehmen, da muss man fest auftreten….Seit dem bin ich nicht mehr bequem….allerdings hat mir das auch einiges an ärger beschert….weswegen ich bedauere immer noch dort zu sein….ziemlich doof…Die Arbeit hat mich geformt und ich bin froh drüber…aber auch unglücklich, da ich mit den Folgen die mein Mut und mein vorpreschen erzeugt haben….Paradox

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