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Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Was meine Eltern mir so beigebracht haben

Elternsprüche

Es gibt ja im Leben eines jungen erwachsenen Menschen diese Momente, in denen wir feststellen, dass wir plötzlich wie unsere Eltern klingen. Oder wie die Großeltern oder die ältere Schwester. Dass diese Sprüche, Weisheiten, Belehrungen, die uns früher so auf die Palme gebracht haben, ohne Vorwarnung aus unserem eigenen Mund kommen. Oh Schreck! Das wollten wir ja nie.

Für die Eltern (oder wessen Redensarten wir da auch immer wiederholen) ist das ja eigentlich ein Kompliment. Denn erstens bedeutet es, dass zumindest was hängen geblieben ist. Und zweitens, dass wir es verinnerlicht und als unser eigenes angenommen haben. Vielleicht ist es auch nur der ständigen Wiederholung über Jahre hinweg geschuldet, dass gewisse Lehren sich besonders eingeprägt haben. Aber sei’s drum.

Jede Familie hat da ja so ihre eigenen Regeln und Prioritäten und ich dachte mir, dass es vielleicht ganz lustig wäre, mal ein paar zusammen zu tragen. Es hat auch was Nostalgisches, denn die Zeiten, da meine Eltern mich tagtäglich mit ihren weisen Worten bedenken konnten, sind aufgrund räumlicher Distanz vorbei.

Bei schönem Wetter kann jeder spazieren gehen. Vor allem meine Mutter ist gerne an der frischen Luft und in Bewegung. Als Kind fand ich es nicht immer so toll, bei jedem Wetter Spaziergänge „um’s Dorf rum“ zu machen. Der Motivationsspruch lautete dann immer, bei schönem Wetter könnte jeder vor die Tür gehen und „wir sind ja nicht aus Zucker“. Und ja, auch ich habe mich diese Worte schon das eine oder andere Mal sagen hören.

Wiedersehen macht Freude. Die freundliche Ermahung, seine Habseligkeiten, bzw. die von den Eltern entliehenen Habseligkeiten nicht zu verlieren. Ich verbinde diesen Satz vor allem mit Schirmen, davon habe ich über die Jahre allerdings in der Tat eine ganze Reihe verloren.

Ä silwernes Nixl un ä goldenes Warteweilsche. Zu Hochdeutsch: ein silbernes Nichts und ein goldenes Warte-ein-Weilchen. Das hat meine Mutter immer gesagt, wenn ich als Kind gefragt habe, was ich zum Geburtstag/zu Weihnachten/zu Ostern geschenkt bekommen werde. Und selbst sie hat das mit den Worten „meine Mutter hat immer gesagt“ eingeleitet. Wer weiß, wie viele Generationen von Kindern in meiner Familie schon mit der Aussicht auf silberne Nichts und goldene Warteweilsches auf Feiertage hingefiebert haben.

Ist die Aussicht noch so trübe, immer hoch die gelbe Rübe. Ich glaube, den habe ich auf dem Blog sogar schon einmal erwähnt. Das habe ich immer zu hören gekriegt, wenn ich geschmollt habe. Schmollen wurde meistens einfach nicht ernst genommen und war daher einigermaßen schnell vorbei.

Du darfst dir nichts gefallen lassen. Das ist nun mal ein Spruch meines Vaters. Ich war als Kind nicht unbedingt von der frechen oder mutigen Sorte und habe mich leicht ärgern lassen. Mein Vater hat mir dann immer gesagt, ich soll mir nichts gefallen lassen. Wie man das macht, habe ich damals aber nicht verstanden und ich denke, ich habe ihn auch nicht gefragt. Heute klappt das schon besser. Aber immer noch, wenn ich mich bei Papi über nervige Kunden oder miese Kollegen beschwere, sagt er mir, ich soll mir nichts gefallen lassen.

Das Hausbuch des guten Tons. In den sechziger Jahren muss das ein echter Verkaufsschlager gewesen sein, der den jungen Mädchen als Benimm-Buch an die Hand gegeben wurde. Besonders beim Abendessen hat meine Mutter daraus gerne zitiert. An die Ratschläge erinnere ich mich allerdings nicht mehr, nur noch an den Titel.

Kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort. Auch so ein Vater-Spruch. Und zu meinem Leidwesen hat der sich tatsächlich recht häufig angeboten. Wenn ich doch mal frech war, dann gab es häufig direkt die vom Universum gesandte Retourkutsche in Form von Ellenbogen am Türrahmen anschlagen oder etwas in der Art. Und der Vater konnte mit seinem Sprüchlein auftrumpfen.

Höflichkeit ist eine Zier (doch weiter kommt man ohne ihr). Nicht, dass meine Eltern mich angestiftet hätten, unhöflich zu sein, im Gegenteil. Ich war auch wirklich ein fast langweilig braves (weil auch recht schüchternes) kleines Mädchen. Aber hin und wieder kamen diese Worte mit einem Augenzwinkern über die elterlichen Lippen.

Dann musst du dich jetzt richtig reinknien. Das habe ich vor allem in Bezug auf die Schule zu hören bekommen. Mathe, Physik und Co. waren meine großen Hassfächer und ich war grottenschlecht. Wenn ich dann also mit einer 4 im Halbjahreszeugnis nach Hause kam, habe ich den Rat bekommen, mich reinzuknien. Zwar haben meine Eltern irgendwann akzeptiert, dass ich in Mathe eine Lusche bin. Aber sie waren trotzdem immer der Überzeugung, dass Fleiß eben auch einen Preis nach sich ziehen kann.

Da beißt die Maus keinen Faden ab. Oh, einer meiner Lieblinge. Keine Ahnung wieso, aber diese Aussage hat mich immer tierisch (höhö) genervt. Und heute? Höre ich mich selbst so reden. Am Ende hat die Maus den Faden also wirklich nicht abgebissen. Hatte Mutti eben doch Recht.

Welche Weisheiten gibt es in deiner Familie? Ich freue mich schon auf die besten Elternsprüche aus deiner Kindheit 🙂

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