Leben · Lebensfreude · Liebe

Kann man überhaupt noch Kinder in diese Welt setzen?

20150614_173743Heute war ich auf einer Geburtstagsfeier. Das Geburtstagskind ist die Tochter von Freunden, sie ist heute zwei Jahre alt geworden. Ich finde es wunderschön und seltsam zugleich zu beobachten, wie die Menschen um mich herum in ihrem Leben immer weitergehen, einen Schritt nach dem anderen machen. Sie bekommen Kinder, die wachsen, lernen, lachen, lieben, sich fürchten, schlecht drauf sind, laufen, spielen, hinfallen. Und das alles geht so schnell.

Als wir das Geburtstagsständchen für die kleine Maus gesungen haben, wurde sie ganz still und hat mit großen Augen zugeschaut, wie all diese Leute für sie singen. Ich bin nicht sicher, ob sie es verstanden hat, aber man hat an ihrem Gesicht gesehen, dass sie es einfach wunderbar fand. Es war ein absolut magischer Moment und sehr rührend, fand ich.

Vor Kurzem habe ich im Zug ein Gespräch zwischen ein paar jungen Leuten mitgehört, in dem der Satz fiel „Kann man überhaupt noch Kinder in diese Welt setzen?“ Ist die Welt nicht zu schrecklich, um Kinder zu bekommen und sie all dem Schmerz auszusetzen?

Eine durchaus berechtigte Frage, wie ich finde. Die Welt ist grausam, in unseren Breiten derzeit ein gutes Stück weniger, als anderswo auf der Welt, aber wer weiß, wie lange das noch so bleibt. Wir können nicht wissen, was passiert und wenn es einmal zum Schlimmsten kommt, dann sind wir nicht mehr in der Lage, uns und unsere Kinder zu schützen. Ich verstehe diese diffuse Angst.

Aber heute, als ich in diese strahlenden Kinderaugen gesehen habe, da wusste ich, dass die Welt für diese Augen in Ordnung ist. Mehr als in Ordnung, sie ist großartig. Sie ist voller Wunder, eine große Spielwiese, die entdeckt werden will. Sie bietet Menschen, die dich über alles lieben, die dir Sicherheit und Geborgenheit geben. Sie bietet Kuchen, Kerzen, Blumen und einen Spielplatz zum Toben. Freunde und eine Familie, die sich mit dir freuen und für dich singen.

Was also bleibt, ist die Hoffnung. Die Hoffnung darauf, dass Kinder, die mit zwei Jahren so glücklich und umgeben von Liebe sind, es auch mit zwanzig sein werden. Dass die Kinder von guten Leuten selbst zu guten Leuten heranwachsen. Dass sie mithelfen, die Welt besser zu machen. Einfach, indem sie das sind und die Liebe und das Vertrauen, das sie als Kinder gefühlt haben, weitertragen.

Es ist der Glaube an die Liebe, die uns stark macht, die uns für die Schrecken der Welt wappnet. Eine Generation nach der anderen.

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