Allgemein · Alltag

In meinem Kopf

Es gibt da dieses Lied von No Doubt, In my head.

Habe das gerade gegoogelt und festgestellt, dass es aus dem Jahr 2001 ist, womit ich mich sofort steinalt fühle. Ich erinnere mich nämlich noch genau, wie cool ich das Album damals fand, wie ich es mit meinem Discman (haha) gehört habe, stundenland, tagelang, wochenlang. Und Gwen Stefani ist in meinen Augen heute noch eine ziemlich coole Sau. Das nur am Rande.

Der Song fiel mir ein, weil ich die letzten Tage darüber nachgedacht habe, wie mein Kopf funktioniert. Zwar handelt er von einem anderen Themengebiet, Beziehungen nämlich, aber der Titel passt einfach gut.

Seit einigen Jahren bin ich als Spenderin in der Datenbank der DKMS registriert. Als ich mich registrieren ließ gab es das Verfahren mit dem Wattestäbchen noch nicht, damals wurde mir Blut abgenommen. Fun Fact: davon habe ich immer noch eine kleine Narbe, weil die Medizinstudentin, die an mir gearbeitet hat, wohl nicht sehr erfahren war.

Vor Kurzem habe ich dann Post von der DKMS bekommen. Seit ich mich registriert habe, hat sich das Typisierungsverfahren offenbar weiterentwickelt und ich wurde gebeten, eine neue Probe abzugeben, damit ich genauer typisiert werden konnte. Feintypisierung nennen sie das. Dem Brief lagen zwei Wattestäbchen bei, die man eigentlich nur in den Mund stecken, ein bisschen rumschwurbeln und dann wieder an die DKMS schicken muss.

Für mich war das schlimmer, als Blutabnehmen. Ehrlich. Und warum? It’s only in my head. Zum Glück weiß ich das heute. Es gab nämlich auch Zeiten, da wusste ich das nicht. Also wie sieht es in meinem Kopf aus? Ich versuche hier mal einen kleinen inneren Monolog, nur so zum Spaß und aus Anschaulichkeitsgründen.

Ich: mache den Brief auf, finde die in Plastikfolie verpackten Stäbchen. Oh nein, die sehen aber komisch aus. Warum sind die denn so gelblich? Ob da wohl was dran ist. Vielleicht sind die verunreinigt. Und ich stecke mir die dann in den Mund und wer weiß, was dann passiert. Kann ja auch sein, dass sich da jemand nur einen bösen Scherz erlaubt mit den Dingern. Und die sind eigentlich gar nicht von der DKMS, sondern willkürliche Mordinstrumente, getränkt in Schlangengift oder so. Das nehme ich auf keinen Fall in den Mund! Und morgen früh wache ich auf und bin tot oder was. Nicht mit mir.

Nach einer Weile merke ich dann meistens, was für einen absoluten Bockmist ich mir da zusammendenke. Leider nicht immer, aber ich arbeite dran. Ich habe die Stäbchen dann also doch benutzt und siehe da, ich leben noch. Aufregend. Ich bin schon eine echte Draufgängerin.

Eigentlich finde ich es ja schön, eine blühende Fantasie zu haben. Nur manchmal wünschte ich mir, sie würde auch mal im positiven durchdrehen. Einfach abheben und mich auf ihren Schwingen in die wildesten Paradiese mitnehmen. Vielleicht passiert das ja noch.

 

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3 Kommentare zu „In meinem Kopf

  1. Ich glaube auch, dass jeder Mensch solche Gedanken irgendwie und irgendwann mal hat, aber es gibt eben Menschen, die sich mehr in ihnen aufhängen und sich mehr in ihnen verlieren als andere. Da findet dann einfach mehr Bewertung statt, weil eben das Bewusstsein und die Aufmerksamkeit dafür geschärft sind 🙂

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