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Alles nix Konkretes

So lautet der Titel eines Albums von Annenmaykantereit. 20140913_171309Mir scheint, als sei dieser Titel im Moment fast schon prophetisch. Oder philosophisch.

Denn die Menschen, so scheint es, tun sich schwer mit dem Unkonkreten. Mit dem Loslassen von sehr spezifischen Bildern. Irgendwie haben viele Menschen doch ein sehr genaues Bild von ihrem Leben und besonders von ihrer Zukunft.

Mir kommt das immer etwas komisch vor, denn es gibt im Leben doch so unendlich viele Unwägbarkeiten. Man kann sich alles noch so detailliert ausmalen, am Ende kommt es ja doch immer anders.

Auf der anderen Seite ist es auch total hilfreich, wenn genau weiß, was man will. Aber wie genau sollte man dabei werden? Wenn man zum Beispiel auf Wohnungssuche ist, dann muss man natürlich wissen, wonach man sucht, was ins Budget passt oder in welcher Gegend die Wohnung ungefähr sein soll. Wenn es dann aber zu spezifisch wird, dann schrumpft die Auswahl eben entsprechend. Sucht man eine Altbauwohnung mit Balkon und Tageslichtbad, das natürlich über eine Badewanne verfügt, und die maximal fünfzehn Minuten Fußmarsch von der Arbeit entfernt ist, kann man sich wahrscheinlich auf eine lange Suche einstellen.

Wie konkret ist also zu konkret?

Klar, man sollte schon wissen, wo man im Leben mal hinmöchte. Jahrelang mit einem Partner zusammen zu sein, der definitv keine Kinder möchte, obwohl man selbst sich nichts sehnlicher wünscht, als eine Familie zu gründen, führt auf lange Sicht eher zu Herzschmerz, als zu Wunscherfüllung. Andererseits sollte es vielleicht auch nicht das Kriterium Nr. 1 sein, ob man jemandem auf den ersten Blick gute Vaterqualitäten zutraut, wenn man ihn kennenlernt.

Alles nix Konkretes, also. Aber schon sowas Unkonkretes. Ein grober Plan, eine Idee von den eigenen Zielen und Werten, von dem, was einem im Leben wichtig ist. Worauf baue ich mein Leben auf, was ist für mich unverzichtbar? Und was geht gar nicht? Wenn man sich dessen bewusst ist, dann kann man schonmal nicht allzu weit vom Weg abkommen.

Der Weg ist das Ziel

Ich glaube aber, dass es gleichzeitig sehr wichtig ist, offen zu bleiben. Chancen zu erkennen und zu nutzen. Auch mal auf einen Zug aufzuspringen, der in eine andere Richtung fährt, als die, in die man eigentlich wollte. Nur mal schauen, ob es da auch schön ist. Wenn nicht, kann man ja immer noch zurück fahren.

Es tut nicht gut, sich selbst zu sehr einzuschränken, und das tut man eben doch, wenn man sich allzu sehr an feste Vorstellungen klammert. Man muss dem Leben manchmal auch den Raum geben, sich zu entfalten und einem neue Impulse zu geben. Wir neigen oft dazu zu denken, dass eine Entscheidung, die wir treffen, unwiderruflich ist und unser Leben für immer verändern wird. Allermeistens ist das nicht der Fall. Was ist schon wirklich von Dauer? Den Weg, den man einmal eingeschlagen hat, kann man immer wieder verlassen, neue Abzweigungen nehmen, sich auch mal verlaufen, aber wenn man Vertrauen hat, dann kommt die richtige Abzweigung bestimmt. Früher oder später.

Die Ungewissheit kann beängstigend sein, aber letztendlich gibt es keine Gewissheit, auch, wenn wir uns das gerne einreden. Wir können niemals wissen, was auf uns zukommt, auch dann nicht, wenn wir glauben, alle Eventualität eingeplant und uns vorbereitet zu haben. Aber an den Überraschungen des Lebens können wir auch wachsen und sie bieten immer das Potenzial, uns weiterzuentwickeln.

Wäre doch irgendwie total langweilig, wenn man immer wüsste, was kommt, oder alles immer so käme, wie man meinte, zu wissen.

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