Allgemein

Enttäuschung

Manchmal wird man enttäuscht. Vom Leben, von anderen Menschen, von sich selbt, es gibt viele Möglichkeiten. Das gehört zm Leben dazu.

Ich weiß noch, dass ich mich als Kind oft enttäuscht oder gekränkt gefühlt habe, und dass das dann ziemlich starke Gefühle waren. Vielleicht gehört das zum Kind-Sein auch dazu. Meistens lag es daran, dass ich etwas nicht haben durfte, das ich wollte (Spielzeug oder so) oder dass ich mich irgendwie zrück gesetzt fühlte. Ich bin sicher, dass es dabei immer nur um Kleinigkeiten, Eitelkeiten ging, denn ich wurde in meiner Familie immer sehr liebevoll und respektvoll behandelt.

Heute sind solche Gefühle weniger intensiv und kommen seltener vor. Vielleicht treffen sie mich deshalb auch immer so unvorbereitet. Wenn ich beispielsweise unberechtigt beschuldigt werde oder mich ungerecht behandelt oder missverstanden fühle, dann geht mir das schon nahe.

Meistens kann ich einigermaßen ausblenden, was die Leute von mir denken. Ich versuche mir darüber nicht so viele Gedanken zu machen. Es kommt aber trotzdem vor, dass man sich nicht so gut davon verabschieden kann, was jemand von einem hält. Dass es einen mehr beschäftigt, als sonst, oder einem näher geht.

Mir hilft es dann mich zu fragen, wo der Hund eigentlich begraben liegt. Habe ich wirklich etwas falsch gemacht, oder gibt es ungerechtfertigte Vorwürfe? Habe ich ein Problem, oder nur mein Gegenüber? Ich neige nämlich dazu, mich zu hinterfragen und mir Vorwürfe zu machen, wo es gar nicht nötig wäre.

Klar, jeder macht mal Fehler und zu denen sollte man auch auf jeden Fall stehen. Auch wenn jemand charakterliche Schwachstellen aufgezeigt hat, die man nicht gerne eingesteht, lohnt es sich vielleicht, darüber nachzudenken. Wenn es aber einfach ein Missverständnis gab oder jemand selbst einen schlechten Tag hat, muss man das eben loslassen können.

Wer ein Problem mit mir haben möchte, wer mich einfach doof findet, der wird das tun, egal, ob mir das gefällt oder ich versuche es zu ändern. Ich kann mir die seelische Mühe, mich damit zu belasten, also auch sparen.

Ich finde es wichtig zu wissen, wer ein Problem hat. Habe ich mich falsch verhalten oder einen Fehler begangen, dann habe ich das Problem, zumindest in Teilen. Auch dann ist es aber wichtig sich zu sagen, dass die Welt davon nicht untergeht. Im Englischen sagt man ja so schön „own it“. Akzeptiere, was ist, steh dazu, aber halte dich nicht daran fest. Wenn ich nichts falsch gemacht habe, dann muss ich mir die Befindlichkeiten anderer Leute nicht aufladen. Die haben dann ein Problem, aber das muss ich nicht zu meinem eigenen machen.

Menschen so zu beeinflussen, wie man sie gerne hätte, ist quasi unmöglich. Egal, ob es der Partner ist, den man seit Jahren versucht dazu zu bewegen, sich für das eigene Hobby zu begeistern. Oder ob es ein Kunde ist, der unheimlich sauer ist und seine Wut vollumfänglich auf einen projiziert, weil man zufällig am anderen Ende der Leitung sitzt. Man wird den Kunden vielleicht beruhigen, aber wenn der nachher einfach steif und fest der Meinung ist, man sei ein Hornochse, dann wird man ihn nicht vom Gegenteil überzeugen.

Das muss man dann einfach mal so hinnehmen. Ich denke, man gewöhnt sich dran.

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