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Der ewige Feind

Vor ungefähr zehn Jahren ist mir im Bücherregal meiner Mutter der Roman „Feuer und Stein“ von Diana Gabaldon in die Hände gefallen. Eine unglaublich romantische, aber gleichzeitig großartig erzählte und historisch gut recherchierte Geschichte über Claire und Jamie, die größtenteils im Schottland des 18. Jahrhunderts spielt. Es gibt Liebe und Leidenschaft, Intrigen und Kämpfe und nicht zuletzt die Zeitreise. Die „Highland Saga“ umfasst inzwischen 8 Romane, die ich bei Weitem nicht alle gelesen habe, und wurde mittlerweile in eine sehr erfolgreiche TV Serie namens Outlander umgeIMG_20150907_161414setzt.

Besonders spannend ist die Dreier-Konstellation der Figuren Jamie, Claire und Captain Randall. Claire und Jamie sind verheiratet und voller Liebe und Leidenschaft füreinander. Über ihrer Beziehung hängt wie ein Damokles-Schwert „Black Jack“ Randall, der eine Art grausamer, sadistischer Liebe für Jamie empfindet, die sowohl im Roman, als auch in der Serie durchaus graphisch beschrieben wird.

Es gibt zahlreiche Begegnungen zwischen den Dreien, und immer sind die geprägt von Angst, Hass, Verachtung, aber auch Notwendigkeit. Es ergeben sich Situationen, in denen Claire und Jamie auf Randall angewiesen sind oder sein Wissen für ihre eigenen Zwecke nutzen können. Sie verachten einander, doch sind ihre Lebenswege auf eine Weise verflochten, die sich nicht ohne Weiteres aufklösen lässt.

Manchmal gibt es so etwas im Leben. Ein Mensch, oder auch eine Gewohnheit, eine Angst, eine Krankheit, was auch immer es ist, mit dem wir in dieser Art verwoben sind. Etwas, das immer wieder auftaucht, uns immer und immer wieder aufs Neue beschäftigt. Uns bedrängt, Angst macht, und dann auch wieder die Hand reicht und für eine gewisse Zeit mit uns zusammen arbeitet.

Nicht immer können wir uns davon lösen. Es bleibt vielleicht das ganze Leben lang bei uns, oder nur so lange, bis wir unsere Lektion gelernt haben. Wer weiß.

Es bleibt mitunter keine andere Wahl, als anzunehmen, was auch immer es sein mag. Ihm, wenn schon nicht mit Liebe, dann doch mit Toleranz zu begegnen.

Denn was ist die Alternative? Ich glaube, dass Kämpfe, die wir immer wieder aufs Neue austragen, sich nach einer gewissen Zeit nicht mehr lohnen. Dass sie uns nur sehr viel Kraft kosten und Energie rauben, die andernfalls für so viele wundervolle Dinge frei würde. Es kann weh tun, den Groll gegen den ewigen Feind aufzugeben. Es kann sogar eine Art Sinnkrise zur Folge haben.

Aber das Wissen um die Existenz des Gegners kann auch befreiend sein. Wer genau weiß, wo sich der Feind verbrigt, der muss nicht wachsam bleiben auf Schritt und Tritt. Und wer weiß, vielleicht wird er schwächer, und verzieht sich für eine Weile. Oder gar für immer.

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