Alltag · Leben · Lebensfreude

Was ihr wollt

ballooning-632720_1280  Ich glaube, jeder Mensch kommt in seinem Leben irgendwann an einen Punkt, an dem er feststeckt. Weder vor noch zurück kommt, unglücklich ist, doch sich nicht zu helfen weiß. Sich bewusst ist, dass es so nicht weitergehen kann, aber keine Ahnung hat, wie er sich befreien soll aus der Umklammerung des Statischen.

Dazu kommen Erwartungen an sich selbst und von Anderen, Bedenken, Sorgen um die Zukunft, die einen hemmen. Es ist schmerzhaft, sich einzugestehen, dass man an so einem Punkt angekommen ist. Denn häufig widerspricht es dem Selbstbild, es fühlt sich wie Versagen an, man müsste ja eigentlich wissen, wie es weitergeht, aber man weiß es nicht.

Es gibt so viele Abers. Der Job ist die pure Belastung, ja, aber einfach kündigen? Und dann? Angst vor der Zukunft. Die Gefühle in der Partnerschaft sind weg, ja, aber sich trennen? Angst vorm Alleinsein. Einfach alles Hinwerfen, Sachen packen und abhauen? Aber was, wenn es nicht besser ist, dort, wohin man geht. Angst vorm Scheitern.

Letztendlich ist es immer die Angst, die einen zurückhält. Angstfreie Menschen denken nicht darüber nach, dass ihnen etwas Schlechtes geschehen, ein Vorhaben nicht gelingen könnte. Wieso sollte es? Et hätt noch immer joot jejange, wie man in Köln sagt. Also warum nicht auch diesmal?

Tief im Herzen wissen wir doch meistens schon, was geschehen soll. Das Herz ist weise, es muss nicht lange überlegen, es spürt, was gut ist. Nur das Zuhören ist schwierig, denn das Herz spricht leise, und das Vertrauen darauf, dass es uns das Richtige sagt, das ist noch schwerer. Wir sind gewohnt, unserem Kopf zu glauben.

Genau dem Kopf, der uns all diese Bedenken einflüstert (oder eher einschreit, denn der Kopf spricht nicht leise). Der uns auch glauben machen wollte, es sei eine gute Idee, diesen Job anzunehmen oder mit diesem Menschen auszugehen. Und der uns dadurch in diese vertrackte Situation gelockt hat.

Es mag also Zeit sein, der Stimme des Herzens eine Chance zu geben. Sie kennt unsere Wünsche und sie will dandelion-1119310_1920uns dorthin führen.

Die Wünsche müssen größer werden, als die Angst. Die Sehnsucht nach dem Ziel muss so stark sein, dass wir von ganz alleine losgehen.

„Ich weiß aber nicht, was ich will.“ Wirklich nicht? Ich glaube, Träume sind bei uns einfach nicht chic. Oder höchstens im Sinne von „Wenn alles egal wäre, dann würde ich…“. Ist ja aber nicht alles egal. Es geht um die Zukunft, ums Lebensglück. In der Zukunft, versteht sich.

Aber was ist mit Jetzt? Was ist mit dem Unglück, das die Situation mit sich bringt, in der man feststeckt? Was ist mit der schlechten Laune, dem Unmut, der Lustlosigkeit, dem Stress, die den Alltag zum öden Grau machen? Zählen die denn gar nicht?

Es gibt nicht nur die Hoffnung auf eine bessere Zukunft „irgendwann“. Es gibt auch das Jetzt und das hat das Potenzial, alles zu verändern. Jeden Schritt, den wir heute tun, können wir morgen spüren. Ist ein bisschen wie beim Sport. Wenn ich mich heute richtig abrackere dann wird es morgen vielleicht wehtun, übermorgen auch noch. Aber dann, in einer Woche, werde ich stärker sein. Mehr Power haben und fitter sein.

Vielleicht erfüllt sich der große Traum am Ende nicht. Vielleicht ist der nächste Schritt nicht der Perfekte, oder er führt nicht ans Ziel. Wenn wir es nicht versuchen, werden wir es aber auch nie rausfinden.

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