Alltag · Leben

Was treibt uns an?

postcards-1174178_1920Was treibt uns Menschen an? Woher bekommen wir unsere Motivation? Was ist uns am wichtigsten im Leben?

Sicher ist das für jeden Menschen etwas anderes. Eigentlich eine simple Erkenntnis, aber es ist mir erst vor Kurzem klar geworden, wie weitreichend das sein kann, was uns antreibt.

Für manche ist es einfach der Wunsch, nicht aufzufallen, keine Fehler zu machen. Für andere ist es wichtig, nicht anzuecken, es jedem recht zu machen, keinen Unmut auf sich zu ziehen. Oder es ist der Erfolg, das Gefühl beweisen zu können, dass man der oder die Beste ist. Gewinnertypen, nennt man die dann wohl. Oder es ist eine Leidenschaft, die Suche nach Abenteuer, Spaß und Abwechslung. Sich als etwas Besonderes zu zeigen, nicht unbedingt immer erfolgreich, aber anders, als Andere.

Ein Kollege hat vor einiger Zeit in einem Nebensatz erwähnt, sein Vater habe ihn mit diesem Grundsatz erzogen: Du musst nicht alles können, aber bei dem, was du tust, musst du immer zu den besten zehn Prozent gehören.

Für mich klingt das unheimlich anstrengend. Für ihn ist es, so hörte es sich wenigstens an, eine wertvolle Lektion gewesen. Die Grundsätze, mit denen ich aufgewachsen bin, gingen eher in Richtung respektvollem Umgang mit anderen Menschen und sich an Regeln halten.

Inwiefern die Grundsätze einer Person aus der Erziehung kommen oder im Laufe der Zeit auch aus anderen Quellen gespeist werden, kann ich nicht beurteilen.

Was ich sehe, ist der Unterschied im Verhalten. Jemand, der immer gewinnen möchte, wird sich ganz anders verhalten, als jemand, der es allen recht machen will. Ist ja auch klar, denn die beiden Ansätze lassen sich kaum vereinbaren. Und diese beiden Typen werden zwar miteinander auskommen, schon allein deshalb, weil einer der beiden alles andere gar nicht aushalten könnte. Doch sie werden einander nicht verstehen. Einer wird nicht wissen, wieso der andere immer den Kopf in den Sand steckt, der andere wird sich fragen, wie man mit einem solchen Ellenbogenverhalten durch die Welt gehen kann.

Woran ein Mensch seinen Wert bemisst, ob an Erfolg oder an Anerkennung von außen, an persönlichen Beziehungen oder am schönen Schein, steuert das ganze Leben. Glück und Unglück sind damit verknüpft. Wer immer die höchsten Erwartungen an sich selbst hat, wird sich höchstwahrscheinlich sehr schnell wie ein Versager fühlen, wenn etwas einmal nicht so geklappt hat, wie erhofft.

Irgendwie finde ich es beruhigend zu wissen, dass wir alle uns an etwas hängen. Jeder knüpft seinen eigenen Selbstwert an etwas an, was auch immer es sein mag. Eins ist dabei nicht besser, als das andere. Es spielt keine Rolle, ob ich immer gewinnen oder von allen geliebt werden möchte. Ob mir mein Innenleben oder meine Außenwirkung das höchste Gut sind.

Am Ende wollen wir uns alle als wertvoll betrachten. Und darauf richten wir unser Tun. Es ist nicht immer für jeden nachvollziehbar, warum jemand etwas tut. Doch kann man sich sicher sein, dass die Person ihre Gründe hat, wie abwegig uns diese auch erscheinen mögen.

Und manchmal ist genau das das Schöne daran. Ihre Gründe. Nicht meine. Es muss nicht verglichen werden oder das Verhalten der Anderen bewertet. Was mich umtreibt, ist dir vielleicht komplett schnuppe. Und ist das nicht wunderbar?

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