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Woher man weiß, dass es Zeit ist aufzuhören

key-1323094_1280Anfang des Jahres habe ich meinen Job gekündigt. Ich hatte keinen Neuen in petto, was meine Entscheidung für einige Leute nicht ganz nachvollziehbar erscheinen ließ. Für mich war jedoch klar, dass ich in diesem Job nicht richtig bin. Woher ich das wusste? Ich habe es jeden Tag aufs Neue gespürt. Und trotzdem habe ich fast zwei Jahre gebraucht, um mich zu der Entscheidung durchzuringen. Es gibt eben im Leben immer wieder Momente, da muss man einen Punkt machen und weitergehen. Egal, ob es ein Job ist, eine Partnerschaft oder Freundschaft,  jemand in der Familie oder etwas ganz anderes.

Es war für mich klar, dass ich nicht bleiben wollte und auch, warum. Manchmal hat man aber nur so ein Gefühl, dass irgendwas nicht stimmt und dass man sich nicht wohlfühlt. Die folgenden Fragen können helfen zu entscheiden, ob es Zeit ist, schreiend wegzurennen, oder ob man sich noch etwas Zeit lassen kann.

  1. Captain Obvious: du bist nicht mehr zufrieden. Das Offensichtliche zuerst. Wenn man mit etwas nicht mehr zufrieden ist, dann ist es vielleicht sinnvoll, mal darüber nachzudenken, warum eigentlich. Und wie lange schon. Oft sind wir schon eine ganze Zeitlang unzufrieden gewesen und haben es gar nicht bemerkt. Oder uns eingeredet, dass alles gar nicht so schlimm ist. Und natürlich gibt es immer ein Auf und Ab. Der Job macht nicht immer zu 100% Spaß und in jeder Beziehung gibt es mal eine Krise. Aber dauerhafte Unzufriedenheit ist etwas anderes. Und wenn sie eine Weile anhält, dann gilt es zu überlegen, was man ändern kann und möchte.

2. Wie viele Optionen oder Alternativen gibt es, die dir besser vorkommen? Wenn du darüber nachdenkst, was du lieber tun würdest, als jeden Tag den Job zu machen, den du hast – wie viele Optionen fallen dir ein? Klingt eigentlich alles besser? Das ist auf jeden Fall ein Warnsignal und dann heißt es: abhauen. Schnellstmöglich. Gibt es nur einen ganz bestimmten Traumjob, den du eigentlich am allerliebsten ausüben würdest? In diesem Fall lohnt es sich eventuell, nicht zu überlegen, was an deinem aktuellen Beruf nicht ganz stimmt, sondern einen Plan zu machen, wie du den Traumjob erreichen kannst. Auch, wenn er unerreichbar scheint, es gibt immer einen Weg. Und jeder Weg beginnt mit einem ersten Schritt. Und dann folgen eben sehr viele weitere. Also fang klein an, immer einen Fuß vor den anderen.

3. Hast du das Gefühl, dass du da, wo du bist, nicht weiterkommst? Fühlt es sich so an, als ob du alles erreicht und gelernt hättest, das du in der aktuellen Situation mitnehmen kannst? Ja, dann ist es vielleicht an der Zeit weiterzugehen. Leben ist Lernen, und egal was wir tun, wir sollten dabei die Chance haben zu wachsen. In einer Umgebung, die uns unter einer gläsernen Decke festhält, klappt das nicht. Egal, ob es ein kleines Unternehmen ist, in dem über dir nur noch der Geschäftsleiter steht, oder eine Beziehung, in der ein Partner nicht möchte, dass du dich persönlich weiterentwickelst. Es ist keine gute Umgebung.

4. Tust du etwas, das dir keinen Spaß bringt und deine Talente nicht nutzt? Du bist künstlerisch begabt, verbringst deine Zeit am Liebsten damit, dich kreativ auszuleben und etwas zu erschaffen, bist aber irgendwie in der Buchhaltung gelandet? Zahlen sind eigentlich nicht wirklich dein Ding, obwohl du sie im Griff hast, machen sie dir keine Freude? Ich glaube, sehr viele Menschen haben Berufe, mit denen sie im Grunde nichts anfangen können. Und ja, es gibt wahrscheinlich nicht den einen perfekten Job für jeden, der einen rundum erfüllt und glücklich macht. Natürlich musst du auch nicht gleich alles Hinwerfen. Aber es lohnt sich, offen für Neues zu sein. Vielleicht hier und da fallen zu lassen, was man eigentlich gerne machen würde, oder worin man noch so gut ist. Und dran bleiben, nicht aufgeben. Veränderung braucht mitunter auch Zeit, die man sich einräumen darf.

5. Hast du das Gefühl, etwas bewirken zu können? Wir Menschen wollen das Gefühl haben, gebraucht zu werden. Wir wollen, dass das, was wir tun, eine Wirkung hat. Am Besten eine positive. Wir wollen uns entfalten und ausleben. Wenn wir das nicht können, weil es bei der Arbeit zu strenge Hierarchien gibt, zu viele Regeln, wir in einer Beziehung sind, die uns keinen Freiraum lässt, oder uns auf eine andere Weise eingeschränkt fühlen, dann macht das unzufrieden. Welche Möglichkeiten hast du, den Bewegungsspielraum zu erweitern?

6. Fällt es dir leicht? Denken wir noch einmal an die Buchhalterin, die eigentlich eine leidenschaftliche Künstlerin ist. Das Kreative wird sich für sie absolut schwerelos anfühlen. Sie würde es wahrscheinlich auch dann weitermachen, wenn sie niemals einen Cent dafür bekäme. So ist es für mich mit dem Schreiben. Ich habe den Drang, Wort zu Papier (oder zu Bildschirm) zu bringen. Sie wollen einfach aus mir raus. Es ist nicht anstrengend für mich, am Computer zu sitzen und Sätze zu formulieren. Für andere Menschen ist es ein absoluter Graus, etwas verfassen zu müssen, so wie es für mich ein Graus ist, mich mit zu vielen Zahlen zu beschäftigen. Wäre es nicht toll eine Arbeit zu finden, die genau auf dem aufbaut, was einem so leichtfällt?

Es ist in Ordnung, unzufrieden zu sein.

Man sollte sich nur nicht gemütlich darin einrichten.

Unzufriedenheit ist ok. Sie kommt von Zeit zu Zeit einfach auf, und genauso oft geht sie auch wieder. Wenn sie aber länger bleibt, dann ist es wahrscheinlich Zeit für eine Veränderung. Und warum auch nicht? Es könnte ja auch richtig klasse werden.

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