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Ghana – eine Reise in Bildern

Im November habe ich gemeinsam mit zwei Freundinnen Ghana bereist. Es war eine unheimlich tolle Erfahrung für mich. Das Land hat eine wunderschöne Natur, ist total grün, die Menschen sind ungemein freundlich und hilfsbereit und es gibt super Musik.

Ich habe lange überlegt, wie ich diesen Reisebericht verfassen soll. Es fällt mir nicht leicht, das Land und die Erfahrung, die ich gemacht habe, in Worte zu fassen. Einerseits, weil es einfach sehr viele Eindrücke in kurzer Zeit waren. Andererseits, weil ich es wirklich bereichernd fand und es mir schwerfällt Wort zu finden, die mir angemessen scheinen.

Deshalb gibt es hier Ghana in Bildern. Ich hoffe, dass hier Bilder wirklich mehr sagen, als 1000 Worte. Aber falls nicht und irgendwelche Fragen offen bleiben, schreibt sie bitte einfach in die Kommentare 🙂

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Also Essen ist ja immer wichtig. Meistens sahen die Mahlzeiten so oder so ähnlich aus, zum Frühstück gab es in den Hotels eigentlich immer Toast, wenn man Glück hatte mit Margarine oder Marmelade, und Rührei (oft nur Eiweiß). Ich fand es eigentlich immer lecker.

Weil es so heiß ist und die meisten Leute keine eigenen Kühlschränke, geschweige denn Gefriertruhen haben, sind richtige Milchprodukte eher rar. Zum Kaffee gab es in der Regel Kondensmilch. Ach ja, und Kaffee bedeutet Nescafe Instant Pulver.

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Religion. In Ghana bezeichnen sich rund 96% der Bevölkerung als religiös. Im Süden sind christliche Glaubensrichtungen vorherrschend, im Norden eher muslimische. Sonntags hört man überall die Kirchengesänge und die Leute machen sich richtig schick für die Gottesdienste. Wenn man Ghanaer*innen kennenlernt fragen sie oft, wo man zur Kirche geht, sie setzen häufig einfach voraus, dass man irgendwo zur Kirche geht. Wenn man aber sagt, dass man nicht hingeht, nehmen sie es einem nicht übel.

In manchen Gegenden wurden wir aber gefragt, warum wir so kurze Sachen anhaben. Wir haben das vorher nicht gewusst, aber es ist für Frauen eher selten, dass sie Kleidung tragen, die oberhalb der Knie endet. Richtige Probleme haben unsere Shorts nicht verursacht, es war eher eine allgemeine Verwunderung.

img_20161113_154830 Kinder. Fast die Hälfte der ghanaischen Bevölkerung ist jünger als 14 Jahre (oder waren es 16 Jahre?). Jedenfalls jung. Kinder sind überall dabei. Die Kleinsten werden von ihren Müttern in Tüchern auf dem Rücken getragen und sind da meist ganz friedlich. Und während wir uns hier fragen, ob Stillen in der Öffentlichkeit anstößig ist, wird eine ghanaische Straßenverkäuferin ganz selbstverständlich ihr Kind säugen, während sie einem ihre Ware verkauft.

Die Kinder sind meistens sehr neugierig auf Weiße. Kleine Kinder (aber auch ältere Kinder und Erwachsene) rufen einem eigentlich immer „Obruni“ zu, das ist das Wort für weiße Menschen, häufig gefolt von „How are you?“. In Busua haben sich, wo auch immer wir vorbei gelaufen sind, spontan kleine Kinderchöre gebildet, die mit vereinten Kräften einen Reim zum Besten gegeben haben: „Obruuuni, how are you, I am fine, thank you“. Während Kinder im Vorschulalter sich meistens damit begnügen, einem fröhlich zuzuwinken, gibt es bei den etwas älteren, so zwischen 8 und 13 ungefähr, einige, die betteln. Damit umzugehen, fiel uns manchmal schwer, weil man eben nicht weiß, ob es stimmt, was sie einem erzählen, und was mit dem Geld passiert, das man ihnen eventuell gibt.

img_20161115_172550Im Mole National Park im Norden von Ghana hat man die Möglichkeit, Safaris zu machen. Es gibt dort zwar nicht die „Big Five“, aber man kann dort Elefanten sehen, Affen, verschiedene Antilopenarten, Reptilien wie z.B. Krokodile, Warzenschweine und zahlreiche Vogel- und Schmetterlingsarten. Wir haben unsere Tour dorthin im Vorhinein mit Easy Track Ghana organisiert. Das hat alles reibungslos funktioniert und unser Ansprechpartner von Easy Track hat sich immercymera_20161117_102644-kopie sehr schnell um jede Frage gekümmert. Auch das Einladungsschreiben fürs Visum haben wir von denen bekommen. Nachdem wir aber dort waren muss ich sagen, dass es nicht nötig gewesen wäre, eine Tour im Vorhinein zu organisieren, weil man vor Ort alles prima regeln kann.

Hier noch ein Foto von unserer Walking Safari. Die Safaris fanden jeden Tag um 7 Uhr morgens und um 15:30 Uhr nachmittags statt und dauerten zwei Stunden.

Der Mole Park war eines meiner Highlights, weil es einfach wunderschön war, in der unberührten Natur zu sein, die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten, und die Ruhe dort zu genießen.

 

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Die Hauptstadt Accra ist eine Küstenstadt und ziemlich vielfältig. Es gibt moderne Straßen und Gebäude, Shopping Malls und Hotels, aber auch das alte Fischerdorf bzw. Township Jamestown, wo die Leute recht armselig in Hütten leben. Wir waren nur für zwei Tage img_20161114_115027in Accra und was wir zum Beispiel gar nicht ausgetestet haben, ist das Nachtleben. Für mich war Accra nur ein guter Ausgangspunkt zu den anderen Zielen, die wir besuchen wollten. Aber sicher kann man dort auch noch ein paar Tage mehr verbringen.

Ein großes Problem in Ghana ist der Müll. Das war wirklich ein bisschen traurig anzuschauen. An den Seiten der Simg_20161114_113322traßen gab es überall kleine Kanäle (wer Freiburg kennt – vergleichbar mit den Bächle). Die waren immer voller Abfall, vor allem sehr viel Plastik, und haben manchmal echt übel gestunken. Meine größte Sorge war immer, da mal aus Versehen rein zu latschen, aber glücklicherweise ist das nicht passiert. Aber auch an anderen Stellen sieht man sehr viel Müll rumliegen, so wie hier eben auf einem Friedhof. Ganz verstanden habe ich das nicht, weil die Ghanaer ja auch so religiös sind und sich das für mein Gefühl widerspricht. Wir haben uns zu dem Thema erkundigt und es scheint so zu sein, dass es kein staatlich oder kommunal organisiertes Abfallwesen gibt. Wenn irgendwo eine Müllabfuhr existiert, dann kommt sie selten vorbei, nimmt die Mülltonnen auf unbestimmte Zeit mit und kostet viel Geld.

In Kumasi waren wir auch nicht lange, aber da gibt es auch nicht richtig viel zu sehen. Außerdem sind wir da einem kleimg_20161118_171859inen Scherz aufgesessen, der wohl häufiger den Touristen erzählt wird. Bevor wir nämlich in Kumasi ankamen, haben wir erfahren, dass am Sonntag ein „Festival“ stattfinden soll. Als wir dann dort waren, wurde aus dem „Festival“ die Trauerfeier für die Ashanti Königin. Und bei solchen Gelegenheiten, wurden wir gewarnt, werden noch immer Menschenopfer gebracht. Wir sollten also bloß vorsichtig sein und abends nicht mehr raus gehen. Wir hatten daraufhin keine große Lust mehr auf das Festival und sind dann schon Sonntag, statt Montag erst, Richtung Süden zur Küste aufgebrochen. Nur um dann zu erfahren, dass die Story mit den Menschenopfern gerne mal den Touristen aufs Brot geschmiert wird. Oh well….

In Kumasi gibt es im Übrigen auch den größten Markt Westafrikas, den Kejetia Market. Wir sind dort mit Lizzy, die sich uns für einen halben Tag angeschlossen hatte, drüber gelaufen. Hätten wir sie nicht als ortskundige Gruppenleitung dabei gehabt, wären wir wahrscheinlich direkt wieder rückwärts aus dem Labyrinth von winzigen Gässchen heraus gestolpert, in dem alles angeboten wurde, das man sich nur vorstellen kann. Auch jede Menge rohes Fleisch. Mich als Vegetarierin hat das ja nicht weiter interessiert, aber wie attraktiv so ganz ohne Kühlanlagen bei über 30° gelagertes Fleisch ist, muss wohl jeder selbst wissen.

Dass uns jemand einfach auf der Straße angesprochen hat, ist uns andauernd passiert, und dass die Leute dann eine Weile mit uns herumspaziert sind, unsere Freunde sein wollten, Heiratsanträge gemacht haben oder einfach nur sehr viele Fragen hatten, war ebenfalls an der Tagesordnung. Meistens waren das sehr nette Begegnungen, die uns viel geholfen haben, weil auch wir unsere Fragen stellen konnten und uns Tipps für die Weiterreise geholt haben. Lizzy war übrigens die einzige Frau, die sich uns angeschlossen hat, sonst waren das immer Männer. Überhaupt scheint es in Ghana so zu sein, als hätten nur Männer Freizeit.

Als nächstes sind wir dann wieder an die Küste gefahren und waren ein paar Tage in Busua am Strand. Dort ist es aimg_20161121_085637bsolut traumhaft. Wegen der bereits erwähnten Müllproblematik, die sich auch auf die Strände erstreckt, ist es in Ghana nicht ganz leicht, einen schönen Badestrand zu finden. Zudem sind die Strömungen an der Küste recht wild, das gilt auch für Busua. Man muss also aufpassen, wenn man schwimmen will. Dass der Strand auf dem Foto so leer aussieht, liegt zum Teil daran, dass keine Hochsaison war und allgemein wenig Touristen dort waren. Ein weiterer Grund ist aber, dass die Ghanaer*innen einfach nicht am Strand abhängen. Es gehört einfach nicht dazu. Man macht das nicht. Wenn überhaupt, dann sieht man nur Männer, die baden, keine Frauen. Die haben anderes zu tun, haben die Männer uns gesagt.

Viele Leute können auch nicht schwimmen und halten sich deshalb vom Wasser fern, Kindern, die am Strand spielen, kriegen Ärger von ihren Eltern.

 

Die letzte Station unserer Reise war Cape Coast. Dort sind vor allem die beiden ehemaligen Sklavenburgen Cape Coast Castle und Elmina Castle sehenswert. Darüber hinaus ist Cape Coast die Hochburg des Tourismus an der ghanaischen Küste, wir haben nirgendwo sonst so viele andere Touristen gesehen. Viele davon halten sich im Oasis Beach Resort auf. Das ist ein relativ schickes Guesthouse direkt am Strand, wo esimg_20161125_125604 jede Menge westliches Essen, Alkohol, Müsli mit Joghurt und bekannte Musik gibt. Wenig ghanaisch, dafür ganz entspannt, um dort ein bisschen abzuhängen. Die echte Ghana-Erfahrung findet man nicht im Oasis. Das ist da schon so eine kleine Enklave des Westens. Geschmackssache eben.

Eine ca. einstündige Autofahrt von Cape Coast entfernt liegt der Kakum National Park, ein Regenwald, in dem man über einen Canopy Walkway durch die Bäume laufen kann. Außerdem werden geführte Spaziergänge angeboten. Wir haben beides gemacht und es war toll. So durch die Bäume zu wandern hat total Spaß gemacht und was unsere Führerin uns im Anschluss alles über die Pflanzen und ihren Nutzen erzählt hat, war fasziniimg_20161124_115121erend.

Wir sind mit dem Trotro von Cape Coast nach Kakum gefahren. Trotros sind Minibusse, die bis auf den letzten Zentimeter mit Sitzplätzen ausgebaut sind. Sie fahren an festen Stationen ab und starten genau dann, wenn sie voll sind. Sie halten dann auch wieder an festen Stationen, man kann sich aber auch unterwegs irgendwo rausschmeißen lassen. Beim Kakum Park gibt es keine Station, wir sind aber problemlos dort rausgelassen worden. Etwas schwieriger war es, wieder zurück zu kommen. Zwar kommt alle paar Minuten ein Trotro vorbei, aber die sind dann eben voll und halten nicht an. Wir sind letztendlich ca. 15 Minuten gelaufen zur nächsten Ortschaft und haben dort ein Taxi genommen. Taxis muss man sich nie suchen, die halten schon von allein neben einem an und wollen einen mitnehmen. Wichtig ist, den Preis immer vor der Fahrt auszuhandeln. Wenn man zufällig einen ghanaischen Berater hat, den man vorher nach einem ungefähren Preis fragen kann, ist das optimal, denn die Taxifahrer versuchen es natürlich erstmal mit einem Touristenpreis.

Neben Taxis und Trotros sind wir noch mit folgenden Verkehrsmitteln gefahren:

Fords – das sind auch Minibusse. Der Unterschied zu den Trotros ist eigentlich nur, dass sie nicht ausgebaut wurden, moderner sind und über eine Klimaanlage verfügen. Dementsprechend etwas teurer.

Metro Mass Bus – die günstige Bus-Alternative. Keine Klimaanlage und keine Federung. Das kann schonmal ungemütlich werden, denn die Straßen in Ghana verfügen in regelmäßigen Abständen über Bodenwellen, die vermutlich die Geschwindigkeit drosseln sollen. Manche Fahrer rasen trotzdem, bremsen dann aber sehr scharf, um nicht auf den Bodenwellen hängenzubleiben.

STC Bus – komfortablere Variante mit Klimaanlage und mehr Beinfreiheit. Dafür auch etwas teurer.

Derzeit gibt es in Ghana kein Schienennetz, ist aber in Arbeit.

Alles in allem kann ich nur sagen, dass ich es jederzeit wieder tun würde. Vor allem die Herzlichkeit, Offenheit und Hilfsbereitschaft der Menschen hat mich sehr berührt. Selten bin ich mit so viel Wärme und auch Neugier empfangen worden. Ich habe mich unheimlich wohl gefühlt und träume schon jetzt davon, irgendwann einmal zurückzukehren. Maybe later…

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