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Sich an veränderte Umstände gewöhnen

red and green tree leaves on a sunny day
Photo by le vy on Pexels.com

Im letzten Beitrag habe ich darüber geschrieben, wie ich Entscheidungen treffe und besonders, wie sich das für mich anfühlt.

Wenn etwas entschieden wurde, dann folgt daraus unter Umständen eine größere Veränderung. So ging es mir beispielsweise zuletzt, nachdem ich entschieden hatte, in eine andere Stadt, nämlich nach Berlin zu ziehen. 

Berlin ist ja so eine Sache. Irgendwie hat jede*r eine Meinung dazu, es gibt wenige Menschen, denen die Stadt so ein bisschen gleichgültig ist, sie finden sie entweder zum Kotzen, oder richtig affengeil. Wobei in meinem persönlichen Umfeld die Meinungen aus Kategorie A überwiegen. Und ehrlicherweise muss ich zugeben, dass auch ich selbst nicht unbedingt ein glühender Fan der Stadt war.

Trotzdem bin ich jetzt hier. Aus Gründen.

In eine neue Stadt zu ziehen verändert ganz schön viel im Leben. Eigentlich genau genommen sogar fast alles. Die Wege, die ich gehe. Die Menschen, die ich sehe. Meine Wohnung. Mein soziales Netz, mein Umfeld, meine Freunde. Natürlich auch den Job und damit die Kolleg*innen, die Arbeitsmittel, die Ausstattung, das Mittagessen. Letztendlich sind es unheimlich viele Kleinigkeiten, die sich verändern, und die in Summe den Alltag ergeben.

Viele kleine Veränderungen bedeuten viele kleine Umgewöhnungen. Das habe ich komplett unterschätzt. In den ersten Wochen hab ich mich oft unsicher gefühlt, nicht richtig zuhause, nicht so ganz ich selbst. Ich habe gezweifelt, ob meine Entscheidung richtig war, ob ich zu viel auf einmal wollte.

Und dann, ganz leise, habe ich mich an die neuen Verhältnisse gewöhnt. Ich kenne meine Wege, meine Kolleg*innen, ich habe schöne Sachen unternommen und Spaß gehabt. Und ich fühle mich wohl.

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Photo by Pixabay on Pexels.com

Das Zauberwort lautet: Zeit. Und ein bisschen Nachsicht mit mir selbst. Die Erlaubnis, dass nicht alles von Anfang an perfekt sein muss. Dass ich auch einfach nach dem Arbeitstag abends auf mein Sofa fallen darf und mich ein-igeln. Dass das auch mal reicht.

Und nein, egal wie sehr ich nach Berlin ziehen wollte. Aus Gründen. Und wie sehr ich die ganze Zeit eigentlich wusste, dass es richtig war und ist. Dass es meine eigene Entscheidung war. Man fühlt sich eben nicht von heute auf morgen an einem neuen Ort Zuhause. Und auch, wenn ich mich sehr auf den neuen Abschnitt gefreut habe, so heißt das nicht, dass der Abschied von meinem „alten Leben“ nicht auch mit Schmerz verbunden war. Und dass das völlig in Ordnung so ist. Denn es zeigt nur, dass alles, was davor gewesen ist, auch schön und richtig und gut für mich war.

Ich bin nicht vor etwas weg gelaufen, sondern zu etwas hin. Das ist der beste Fall, der einem passieren kann, weil sowohl das Neue, als auch das Alte wunderschön sind. Und dafür bin ich wirklich absolut dankbar.

Veränderungen brauchen Zeit. Wenn sie nicht selbstgewählt oder nicht schön oder beides nicht sind, dann brauchen sie noch mehr Zeit. Dann tun sie auch vielleicht noch länger weh. Und auch das gehört dazu. Aber irgendwann lichtet sich wahrscheinlich der Schleier, weil alles immer in Bewegung ist, auch unsere Gefühle. Und sich die Veränderung plötzlich gar nicht mehr so neu anfühlt. Sondern eben normal.

Normal ist auch schön.

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