Mindfulness Tools

Mindfulness Tools: Schreib und Sprich

*** Anzeige: Da ich hier einige Apps nennen werde, kennzeichne ich vorsichtshalber mal mit Anzeige. Ich werde für die Nennung nicht bezahlt. ***

Zugegeben, daraus, dass ich hier einen Blog schreibe lässt sich leicht ablesen, dass Schreiben mir Spaß macht und ich es deshalb auch für alle erdenklichen Lebenslagen empfehlen würde. Stimmt auch.

Tatsächlich ist das aber nicht auf meinem Mist gewachsen. Therapeutisches Schreiben, Schreibtherapie oder expressives Schreiben nennen das viele schlaue Leute und meinen damit meistens ganz schlicht: einfach drauflos schreiben. Es gibt sogar Studien, so habe ich gelesen, die zeigen, dass Schreiben auch bei körperlichen Symptomen von Krankheiten wie Asthma Linderung verschaffen kann. Aber dafür gebe ich keine Garantie, ich bin schließlich keine medizinische Fachkraft.

Überzeugt bin ich aber schon seit Jahren davon, dass Schreiben hilft. Das, was Dich bewegt, einfach mal zu Papier zu bringen und Dich dabei nicht zurückzuhalten, Dich nicht zu schämen, weil Du ja Deine dunklen Flecken nicht Deiner besten Freundin preisgibst, sondern nur dem Papier, kann einen beeindruckenden Effekt haben.

Ich habe das manchmal sogar während einer Panikattacke gemacht oder wenn mich ein Gedanke nicht losgelassen hat. Einfach mal auf einen kleinen Fresszettel aufschreiben, wie ich mich fühle. Was ich befürchte. Und den Zettel dann zusammenknüllen und wegwerfen. Oder verbrennen. Danach habe ich mich sofort besser gefühlt. Erleichtert. Und die Macht des Gedankens oder der Angst war gemindert.

Ein anderes Beispiel, wie man sich durch Schreiben ein bisschen selbst coachen kann ist das Dankbarkeits-Tagebuch. Überhaupt ist Dankbarkeit ein wertvolles Instrument, sich besser zu fühlen. Sie hat eine starke positive Energie. Meist wird empfohlen, ein Dankbarkeitstagebuch täglich am Abend zu schreiben mit 3-5 Stichpunkten, wofür Du an diesem Tag dankbar sein kannst. Es geht aber auch zu einer anderen Tageszeit. Inzwischen gibt es dafür sogar Apps. Allerdings finde ich, dass nichts dem Schreiben mit der Hand gleichkommt, das wirkt für mich viel entspannender und auch authentischer.

Neben dem Dankbarkeitstagebuch schreibe ich auch manchmal in ein „normales“ Tagebuch, allerdings unregelmäßig und eben nur dann, wenn ich das Gefühl habe, dass ich etwas loswerden oder mir über etwas klarwerden möchte. Von zwei Freundinnen habe ich außerdem so ein kleines „One Line A Day“ Büchlein geschenkt bekommen. Da gibt es für jeden Tag eine Seite und auf dieser Seite sind immer ein paar Zeilen für fünf aufeinanderfolgende Jahre. So schreibt man also – idealerweise – jeden Tag ein paar Stichworte oder 1-2 Sätze zum heutigen Tag und dann im nächsten Jahr beginnt man wieder von vorn. Und man sieht dann nach fünf Jahren, was man an diesem Tag jeweils so gemacht, gefühlt, gedacht, erlebt hat. Eine schöne Idee finde ich.

Neben dem Schreiben ist natürlich auch Reden eine tolle Sache. Das gilt, finde ich, nicht nur dann, wenn es mir nicht gut geht, sondern ich tausche mich auch wenn es mir gut geht gerne mit meinen Freund*innen darüber aus, was mich so bewegt. Es ist immer wertvoll, eine andere Perspektive einzuholen. Und manches fühlt sich, einmal ausgesprochen, gar nicht mehr so wichtig oder bedeutsam an. Gute Freunde sind eben auch dafür da, dass man mit ihnen über seine Gefühle redet. Meine jedenfalls. Da müssen die durch.

Da wir ja im Zeitalter der Digitalisierung leben gibt es natürlich auch Lösungen für Menschen, die sich Freunden aus irgendeinem Grund nicht anvertrauen möchten oder können. Ich bin ja immer neugierig auf sowas und habe mir daher mal zwei Chat Apps heruntergeladen. Mit denen kann man schreiben und ihnen sein Herz ausschütten. Achtung, jetzt kommt wieder die unbezahlte Werbung. Die eine App heißt 7Cups und verbindet Dich nicht mit einem Bot, sondern mit echten Menschen. Die andere App heißt Wysa und da schreibt man mit einem Bot. Ein Bot ist ein Programm, also keine echte Person. Der Bot lernt auf Basis von Algorithmen, mit Personen zu kommunizieren.

Da ich dann kalte Füße in Sachen Datenschutz bekommen habe, habe ich die beiden Apps noch nicht ausprobiert. Es würde mich aber schon mal interessieren.

Vor Kurzem hat auch ein Startup, das eine Art Therapie-Ersatz sein möchte, einen Startup Award gewonnen. Ich glaube, in Zeiten, in denen die Menschen psychisch und emotional überfordert sind, es aber noch nicht gesellschaftlich anerkannt ist, zu sagen, dass man eine Therapie macht, ist das vielleicht eine Überbrückung. Außerdem bieten solche Apps die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und die Zeit, die man vielleicht auf einen Therapieplatz warten muss, schon zu nutzen, um sich Hilfe zu holen.

Meiner Meinung nach sollten wir den Menschen jede Unterstützung geben, die wir können und dafür sorgen, dass niemand mit seinen Problemen alleingelassen wird, sondern weiß, wohin er*sie sich wenden kann. Deshalb schreibe ich auch diese Serie, um zu zeigen, dass es eine Vielzahl von Möglichkeiten gibt, mit schwierigen Phasen umzugehen und sich selbst zu ermächtigen, diese zu meistern.

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