Psychologie

Was weiß ich schon?

Seit ich in Berlin lebe, habe ich auch einen neuen Job. Logisch. Dieser Job bringt es mit sich, dass ich regelmäßig mit neuen Apps und Tools konfrontiert werde, weil ich viel mit Startups zu tun habe.
Neulich also habe ich eine App kennen gelernt, die dazu gedacht ist, Unternehmen in der Entwicklung und Förderung ihrer Mitarbeiter zu u unterstützen. Die Mitarbeiter laden sich die App herunter, führen ein Assessment durch und können sich dann in verschiedenen Bereichen selbst schulen. Zum Beispiel Kommunikation, Stressbewältigung, Konfliktlösung oder Führung. Grundsätzlich klang das nicht schlecht fand ich. Für Unternehmen ist es natürlich sehr praktisch, wenn die Angestellten sich selbst entwickeln und man dafür kein Geld ausgeben muss und keine Zeit aufwenden.

Die App und das Konzept haben mich interessiert. Wenn irgendwo “Persönlichkeitsentwicklung“ drauf steht, dann will ich ja meistens mehr wissen. Also hab ich sie mir heruntergeladen und das Assessment gemacht.

Das Ergebnis – siehe unten – war erschreckend.

Mein “Skill Set“ ist da wirklich überschaubar.
Was aber noch sehr viel erschreckender war: ich hab es der App erstmal abgenommen. Ich habe ihr geglaubt und gedacht hm na gut, ganz so schwach hätte ich mich in diesen Bereichen zwar nicht eingeschätzt, aber wie gut kann man das schon selbst beurteilen? Und ich bin ja wirklich nicht Typ Strahlefrau, die alle sofort gern haben und die jeden um den Finger wickelt.

Dann hab ich den Screenshot meiner besten Freundin geschickt, die direkt sagte “Was für ein Quatsch“. Und erst als sie das gesagt hat kam ich überhaupt nur auf die Idee, dass die App vielleicht gar nicht Recht hat.
Zwei Dinge schossen mir daraufhin durch den Kopf.
1. Dankbarkeit für die Reaktion meiner Freundin, die mich ja sicherlich etwas besser kennt, als eine App.
2. Bin ich eigentlich komplett bescheuert, einfach so hinzunehmen was irgendeine Künstliche Intelligenz, ein Algorithmus oder ein Testergebnis mir sagen?

Ich habe mir jedenfalls fest vorgenommen, zukünftig die Bewertungen von außen nicht mehr einfach vom Fleck weg zu akzeptieren. Und das gilt nicht nur für Apps, sondern auch für Menschen. Wenn man mal drauf achtet, wird man ja immer wieder bewertet, beurteilt, bekommt “Feedback“, ob man nun danach gefragt hat oder nicht.
Wichtig ist aber selbst zu wissen, dass es sich dabei eben nur um eine Außenperspektive handelt. Es kann sehr wertvoll sein, die ab und zu gespiegelt zu bekommen. Muss es aber nicht. Manchmal ist die Einschätzung von jemand anderem auch einfach sehr geprägt von seiner*ihrer eigenen Wahrnehmung, Mustern und Verhaltensweisen. Wir interpretieren ja immer das, was wir kennen.

Es ist daher nicht unbedingt nützlich das, was da vom Gegenüber ankommt, direkt zu sich zu nehmen.
Beim nächsten Persönlichkeitstest in einer App werde ich dran denken 🙂

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