Lebensfreude

Vor einem Jahr

Oft finde ich es ja gruselig, wie genau mein Smartphone über mich Bescheid weiß. Oder dass Google mich bittet, den Friseursalon zu bewerten, in dem ich gerade war. Manchmal ist es aber auch ganz schön, zum Beispiel wenn man daran erinnert wird, welche Fotos man vor einem oder vor zwei Jahren aufgenommen hat und somit an das, was man damals getan hat.

Vor einem Jahr also war ich in Südafrika. Die Reise hatte in erster Linie einen beruflichen Grund, aber ich konnte noch ein paar Tage dranhängen und mir zumindest Johannesburg ein bisschen anschauen.

Was war ich vor dieser Reise aufgeregt! Ein Jahr zuvor, im November 2016, war ich mit zwei Freundinnen durch Ghana gereist und dort habe ich mich so sicher gefühlt und alles war so entspannt. Also hatte ich angenommen, in Südafrika werde es ebenso sein. Dann habe ich jemanden gefragt, wie es sich dort mit den öffentlichen Verkehrsmitteln verhält und zur Antwort bekommen, dass ich, wenn ich heil zurück kommen möchte, auf gar keinen Fall in Johannesburg Bus fahren sollte. Und überhaupt sei es da sehr gefährlich und man wird ausgeraubt etc.

Leider stimmt das ja auch alles. Und es hat mir eine Heidenangst gemacht. Aber der Flug war gebucht, es gab kein Zurück, und irgendwie wollte ich es ja auch.

Letztendlich war es eine tolle Erfahrung. Es war aufregend und ja, ich hab mich zwischenzeitlich nicht wirklich wohlgefühlt.

Gleichzeitig bin ich im Nachhinein total stolz, dass ich meine Angst überwunden habe. Dass ich es geschafft habe und trotz allem eine gute Zeit hatte. Dass ich alleine nach Südafrika geflogen bin und mich dort zurecht gefunden habe. Ich hab das ganz alleine geschafft, aus meiner eigenen Kraft und meinem eigenen Antrieb. Und das ist ein tolles Gefühl.

Es erinnert mich auch daran, dass es sich lohnt das zu tun, wovor man Angst hat. Dass es ab und zu sogar sehr gut tut, über seine Grenzen zu gehen, weil man so wachsen kann. Die Angst darf da sein, aber wenn auch etwas anderes da ist, ein Wunsch, eine Sehnsucht, dann habe ich immer die Wahl, nicht der Angst zu folgen, sondern der Verlockung. Das ist nervenaufreibend. Aber am Ende die Aufregung wert.

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