Alltag · Leben

Storytime – Neue Stadt, neue Freunde?

Neue Freunde

Es ist nun ein gutes Jahr her, dass ich mein geliebtes Köln hinter mir gelassen habe und nach Berlin gezogen bin. Ich war damals 30 Jahre alt und hatte einen ziemlich großen Teil meiner 20er in Köln verbracht und mich dort sehr wohl gefühlt.

Der Umzug und das Ankommen waren für mich gleichzeitig sehr leicht und sehr schwer. Leicht, weil ich es aus freien Stücken entschieden habe und zu einem Zeitpunkt in meinem Leben, da es sowieso Zeit war, beruflich nochmal ein bisschen weiterzugehen. Darüber hinaus hatte ich ja das große Glück, dass einige meiner wichtigsten Herzensmenschen schon hier waren und ich sie somit nicht zurücklassen musste.

Aber eben nicht alle, und das hat es auch so schwer gemacht. Ich habe mein Umfeld vermisst, meine Gewohnheiten, meine schöne kleine Wohnung. Und leider hat sich schon nach recht kurzer Zeit auch die getroffene Berufswahl hier nicht als das herausgestellt, was ich mir erhofft hatte.

Ankommen

In Berlin anzukommen ist glaube ich für Viele schwer, damit fühle ich mich jedenfalls nicht alleine. Es ist super groß, das heißt alles ist sehr sehr weit entfernt. Es ist wahnsinnig hip und anfangs hat man – oder jedenfalls ich – so ein bisschen Fomo und möchte auch zu den hippen tollen Leuten gehören, die lässig in den Cafés sitzen, immer das richtige tragen, essen und sagen, und selbstverständlich alle Englisch reden mit ihren international friends. Am meisten habe ich aber wohl die vertrauten Gesichter vermisst, das Altbekannte. Die Freunde, klar, aber auch die Kollegen, die ich lieb gewonnen hatte und am Anfang sogar die immer gleichen Menschen, die man eben sonst so trifft – an der Supermarktkasse, morgens in der S-Bahn, beim Bäcker.

Anfangs habe ich ein bisschen Zeit gebraucht, um mich an die neue Situation zu gewöhnen und mich auf alles einzulassen. Viele neue Leute konnte und wollte ich in den ersten Wochen gar nicht kennenlernen. Aber ich bin von Natur aus ein geselliger Mensch und sehnte mich nach Freundschaften und danach, mir in meinem neuen Zuhause auch ein Umfeld aufzubauen.

Neue Freunde finden

Aber wie macht man das eigentlich? Wie lernt man Menschen kennen, die zu Freunden werden können und wo findet man sie überhaupt? Das ist ja schließlich die Kunst.

An dieser Stelle möchte ich mal kurz ein bisschen ausholen. Es hört sich jetzt nämlich erstmal so einfach an: ich erzähle euch jetzt mal, wie man sich innerhalb eines Jahres einen neuen riesigen Freundeskreis aufbaut. Das ist nicht die Realität, und das möchte ich auch gar nicht erzählen. Könnte ich auch nicht, denn das ist nicht, was passiert ist. Was mir aber gelungen ist, das ist auf Menschen zuzugehen und mit ihnen eine gewisse Verbindung einzugehen. Und allein, dass ich das konnte, ist schon eine ganz schön große Sache für mich. Denn das war nicht immer so.

Bis vor ein paar Jahren fiel es mir sehr schwer auf Leute zuzugehen und ins Gespräch zu kommen. Und ich meine wirklich extrem schwer. Ich war nicht einfach nur schüchtern, sondern einfach rundheraus davon überzeugt, anderen Menschen lästig zu fallen wenn ich versuche, mit ihnen befreundet zu sein. „Keiner mag mich“ war mein Leitsatz. Das klingt jetzt so ein bisschen lapidar, aber ich habe es wirklich so empfunden. Das eigentlich Irre an der Sache ist aber: Es gab überhaupt keinen Anlass für diese Meinung über mich selbst. Ich habe immer Freunde gehabt, überall wo ich war habe ich Menschen getroffen, die ich mochte und sie mich und mit denen ich mich gut verstanden habe. Im Allgemeinen bin ich auch ein sehr umgänglicher Mensch, ich komme mit vielen Personen zurecht und ecke selten an.

Und trotzdem nagte an mir diese Überzeugung, die mich davon abhielt auf Andere zuzugehen. Aber irgendwann wurde es besser. Tatsächlich kann ich nicht einmal sagen wann oder wodurch. Ich habe einfach immer wieder die Erfahrung gemacht, dass Menschen mich auf Anhieb gern hatten und mir das auch sagten und zeigten, Zeit mit mir verbringen wollten. Und eines Tages stellte ich fest, dass es mir viel weniger schwerfiel, mich zu öffnen und neue Freundschaften zu knüpfen.

So ist es bis jetzt zum Glück geblieben, auch wenn es schon noch Momente gibt, in denen mich die alten Zweifel noch einmal beschleichen. Dann aber zum Glück meist nur kurz.

Und was ich nun genau angestellt habe um mir in der neuen Stadt ein Umfeld aufzubauen, erzähle ich dann nächste Woche.

2 Kommentare zu „Storytime – Neue Stadt, neue Freunde?

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