Lebensfreude

Ist das nun das Gesetz der Anziehung?

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Vor ein paar Jahren war das Buch The Secret in aller Munde. Gelesen habe ich es zwar nicht, ich weiß aber, dass es darin um das Gesetz der Anziehung geht, also die Idee, dass man wie ein Magnet immer das in sein Leben zieht, womit man sich gedanklich am meisten befasst.

Womit sich die meisten von uns sehr regelmäßig beschäftigen sind im Alltag oft Sorgen und Ängste und damit genau das, was wir eben nicht in unserem Leben haben wollen, ja was wir sogar um jeden Preis vermeiden möchten. Wir stellen uns das schlimmste vor und entwickeln Strategien dagegen, richten uns in unserem Leben und Alltag so ein, dass wir die großen Unbekannten möglichst nicht einmal streifen. Überlegen uns Ausreden, warum wir dieses und jenes nicht tun „können“, damit die Vermeidungsstrategien nicht zu sehr auffallen. Ich könnte das jetzt unendlich weiterspinnen, denn der Einfallsreichtum der Menschen ist unerschöpflich wenn es darum geht, ihre vermeintliche Sicherheit zu beschützen.

Abendessen am Meer

Ich selbst bin absolute Meisterin darin, mir alles mögliche vor meinem inneren Auge auszumalen. Oft habe ich unbewusst eine sehr genaue Vorstellung davon, wie etwas laufen wird. Ich nehme mal den Urlaub als Beispiel. Ich buche etwas und schon vorher läuft so ein innerer Film in mir ab, wie alles sein wird im Urlaub. Das sind natürlich immer tolle Sachen, aber sie sind sehr detailreich. Ich male mir aus, wie es sein wird, wenn ich zum ersten Mal zum Meer komme. Wie ich mir die Sandalen abstreife, leichtfüßig zum Wasser laufe, Sandalen in der Hand, ich trage diesen schönen Rock, den ich mir extra für den Urlaub gekauft habe, er flattert ein bisschen in der leichten Brise. Dann bin ich am Wasser und tauche meine Zehen ein, ich seufze verzückt und alles ist perfekt. Weiter geht es mit einem schönen Strandspaziergang, nicht zu lang, aber auch nicht so kurz, und dann esse ich in einem wunderschönen, urigen Restaurant direkt am Meer mein köstliches vegetarisches Abendessen und schaue dem Sonnenuntergang zu. Klingt wie aus einem Film und tritt im wahren Leben natürlich meist nicht so ein. Zum Beispiel bin ich viel zu früh dran für den Sonnenuntergang, oder es dauert ewig ein Restaurant zu finden, in dem nicht nur Fisch serviert wird oder das super teuer ist und zack gibt es das Abendessen nicht am Meer, sondern drei Straßen weiter. Und ich bin ein bisschen enttäuscht, weil ich mir ja alles so schön ausgemalt hatte.

Das ist glaube ich auch ein bisschen die Krux an der Sache. Man darf sich an dem schönen Bild, das man sich in seinem Kopf gemacht hat, eben nicht zu sehr aufhängen. Manchmal ist es nicht gut, wenn die Vorstellung zu genau ist, und das Abendessen im Urlaub ist so ein Szenario. Da tut etwas mehr Flexibilität im Kopf ganz gut.

Auf den Schwingen der Fantasie

Ich glaube aber schon, dass es auch helfen kann, sich etwas auszumalen, das man haben möchte und deshalb gebe ich mir immer häufiger Mühe, meine blühende Fantasie nicht auf das zu verschwenden, was mir nicht passieren soll, oder auf Kleinigkeiten wie ein Abendessen, sonder auf die großen Dinge. Solche, die ich mir wünsche und in mein Leben ziehen möchte.

Zuletzt war das zum Beispiel eine schöne Wohnung in Berlin. Natürlich wusste ich welche Rahmenbedingungen die Wohnung erfüllen soll, also Preis, Größe, Lage, Balkon etc. Aber trotzdem sieht man dann ja noch sehr unterschiedliche Modelle. Ich hatte aber ein sehr klares Bild davon wie das Schlafzimmer aussehen sollte. Groß und hell sollte es sein, mit Holzboden und einem Bett in der Mitte, zwei Fenstern aus denen man am Morgen die Sonne sehen könnte, und weißen Vorhängen, die sich leise im Sommerwind blähen. Das habe ich mir immer wieder vorgestellt und wenn ich eine Wohnung besichtigt habe, dann wusste ich durch dieses Bild in meinem Kopf auch recht schnell, ob diese Wohnung „die Eine“ sein könnte oder nicht. Am Ende habe ich mein kleines Schlafparadies bekommen.

Ob mein Schlafzimmer nun als Beweis herhalten kann, dass es das Gesetz der Anziehung gibt bzw. dass es funktioniert, kann ich nicht beurteilen. Ich glaube aber schon, dass es einen Unterschied macht, was man sich vorstellt, in welche Richtung die Fantasie wandert und welchen Visionen man besondere Aufmerksamkeit schenkt, den Schönen oder denen, die Angst machen. Die Fantasie lässt sich jedenfalls trainieren, das habe ich an mir selbst festgestellt. Und auch wenn du nicht glaubst, dass etwas wahr wird, nur weil man es sich immer wieder vorstellt bleibt eins wohl unumstritten: sich das Schöne auszumalen macht viel mehr Spaß, als an das Schreckliche zu denken.

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