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Weltfrauentag

Frauen

Der Internationale Weltfrauentag, der letzte Woche am 8. März gefeiert wurde, ist heutzutage, so kann man zumindest den Eindruck bekommen, vor allem zu einem Social Media Ereignis geworden. Menschen posten über inspirierende Frauen, über Gender Pay Gaps und über Alltagssexismus, manche haben noch ein schönes Selfie von der Demo vorzuzeigen und dann ist der Trubel auch wieder vorbei.

Begonnen hat der Weltfrauentag 1911 in Europa als sozialistische Initiative zur Forderung des Wahlrechts für Frauen. Als dieses 1918 in Deutschland eingeführt wurde, schien der Frauentag für ein paar Jahre obsolet geworden. Erst 1926 wurde er dann wieder aufgenommen und die damals erhobenen Forderungen scheinen erschütternd aktuell: Arbeitszeitverkürzung ohne Einkommeneinbußen, niedrigere Preise für Lebensmittel, Legalisierung von Schwangerschaftsabbruch und Schulessen.

Diese Liste könnte mehr oder weniger auch heute noch aus den Tageszeitungen zusammengetragen sein. Schwangerschaftsabbrüche sind zwar unter gewissen Bedingungen erlaubt, doch wenn kaum eine Ärztin sie durchführen möchte und Fachpersonen dafür bestraft werden, für Abbrüche zu „werben“, wo stehen wir in dieser Gesellschaft dann wirklich bei diesem Thema?

Frauen leisten noch immer den Großteil der Care Arbeit, also Pflege und Betreuung von Kindern oder älteren bzw. kranken Angehörigen. Sie nehmen es dafür in Kauf, nur in Teilzeit arbeiten zu können, oft nicht allein aus einem Wunsch heraus, sondern aus Notwendigkeit, bedingt durch ein allgemein schlechtes Betreuungsangebot. In der Folge sind Frauen viel mehr von Altersarmut bedroht, als Männer.

Und was sehen und hören wir zum Weltfrauentag? Radiosender fragen „Was können Frauen besonders gut?“ Ich habe mir die Antworten nicht mehr angehört, kann mir aber die Palette an Klischees ganz gut vorstellen. Einparken jedenfalls nicht, haha.

„Frauen sind wunderschöne Katastrophen“ las ich. Dazu ein Bildchen, verschickt zum Weltfrauentag. Für mich die Reinform männlicher Abwertung, durch den Zusatz wunderschön als Kompliment getarnt. Als würde einem jemand in den Magen boxen und dann Glitzer drüber streuen, damit es nicht so wehtut.

Wenn ich mir etwas wünschen dürfte zum Frauentag dann wäre es, dass wir einfach mal aufhören mit „Frauen sind…“. Und mit „Männer sind…“ auch gleich dazu, das ist schließlich genauso toxisch. Ich wünsche mir, dass Menschen sein dürfen, wie sie sind. Dass sie Stärken und Schwächen, Talente und Neigungen, Träume und Vorlieben haben dürfen, die ihnen nicht durch Gender Normen vorgeschrieben werden. Dass wir lernen einander zu akzeptieren. Und ich glaube, der Rest regelt sich dann vielleicht von allein.

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