Lebensfreude

Heute schon was ausgemistet?

Okay, wenn man diesem Social Distancing Bingo glaubt, bin ich sozusagen das wandelnde Klischee der Sozialen Isolation (und ja, ich habe mir natürlich auch andauernd die Hände gewaschen, ihr müsstet meine Haut mal sehen und sofort wären jegliche Zweifel ausgeräumt). Und irgendwie ist es ja fast schon beruhigend, dass wir alle dieselben Sachen mit unserer freien Zeit anfangen, oder?

Bild von TWGDesigns

Tatsächlich ist Ausmisten eins der ersten „Projekte“, die ich in Angriff genommen habe, seit ich nicht mehr ins Büro fahre. Ich bin nämlich schon seit Jahren Fan davon, wie man zum Beispiel in diesem über fünf Jahre alten Blogpost nachlesen kann. Mir hat sogar mal eine Freundin erzählt, dass sie mich am Anfang, als wir uns noch nicht so gut kannten, ziemlich komisch fand, weil ich gesagt habe, dass ich am Wochenende wahrscheinlich ausmisten werde und mich darauf freue (schöne Grüße an der Stelle 😀 ).

Neben den absoluten Klassikern wie diversen Schubladen, Ablagefächern und meinem Bücherregal habe ich aber in den letzten Wochen noch ein paar andere Sachen ausgemistet und es als sehr befreiend empfunden.

Instagram

Im Verlauf der letzten Woche habe ich gemerkt, dass ich momentan schnell überfordert bin von zu viel Input. Da ich viel freie Zeit habe, scrolle ich recht viel auf Instagram herum und die Flut der Bilder, Informationen und Stories überfordert mich auf einmal. Seit ungefähr sieben oder acht Jahren bin ich bei Instagram angemeldet und entsprechend bin ich noch immer vielen Accounts gefolgt, die ich mir damals ausgesucht habe. Mit der Zeit sind dann immer mal welche hinzugekommen und so wurde mein Feed immer voller und gleichzeitig für mich immer uninteressanter.

Mein Geschmack und meine Interessen haben sich in den letzten Jahren natürlich geändert, aber auch die Menschen, die ich privat kenne und denen ich deshalb folge, haben sich verändert. Nun habe ich mich also von einigen Accounts verabschiedet, deren Inhalte mich nicht mehr so recht berühren oder gefallen. Für mich soll die Zeit, die ich auf dieser Plattform verbringe, schön und angenehm sein. Ich möchte sie nicht „verschwenden“, indem ich mir Beiträge ansehe, die für mich nicht von Interesse sind, mir einfach optisch nicht gefallen oder bei denen mir die Relevanz fehlt. Wenn ich eine App wie Instagram nutze, dann möchte ich mich entweder persönlich mit Menschen verbinden, über gewisse Themen informiert werden oder mir Inspiration holen. Alles – oder sagen wir besser: das meiste – das nicht in eine dieser Kategorien fällt, habe ich vorerst aussortiert oder stumm geschaltet. Ehrlich gesagt war ich überrascht, wie befreiend ich das fand. Als nächstes nehme ich mir vielleicht nochmal Facebook dafür vor.

Meine Gedanken

Für diesen Vorgang habe ich neulich ein schönes Wort gehört: Gedankenhygiene. Wenn ich merke, dass ich mich mit gewissen Gedanken im Kreis drehe, sie immer wieder hochkommen und meine Stimmung stark beeinflussen, dann nutze ich The Work von Byron Katie, um die Gedanken loszuwerden oder sie zumindest in die richtige Perspektive zu rücken. Ich bin damals im Rahmen meiner Therapie auf The Work gestoßen und für mich funktioniert es auch heute noch richtig gut. Ich möchte die Methode hier nicht im Detail beschreiben, falls ihr Byron Katie und ihre Arbeit nicht kennt lohnt es sich definitiv, die Suchmaschine eures Vertrauens anzuschmeißen und sich ein bisschen einzulesen.

Die Grundidee ist, dass meine seine Gedanken aufschreibt (z.B. Peter sollte mich verstehen) und dann zu dem einzelnen Gedanken mehrere Fragen beantwortet, das sind immer dieselben vier Fragen. Die Frage, die ich am eindrücklichsten finde ist: Wer wärst du ohne diesen Gedanken? Byron Katie geht davon aus, dass Leiden nur dann entsteht, wenn wir unsere Gedanken glauben. Ich persönlich merke jedenfalls, dass es in mir unheimlich stark wirkt wenn ich mir überlege, wie ich mich verhalten würde oder wie ich in bestimmten Situationen reagieren würde, wenn ich den Gedanken einfach nicht hätte. Und dann fällt es mir viel leichter, mich wieder davon zu lösen. Am Ende gibt es dann noch drei Umkehrungen (Ich sollte mich verstehen / Ich sollte Peter verstehen / Peter sollte mich nicht verstehen). Die helfen auch dabei, sich sozusagen in die umgekehrte Wahrheit hineinzuversetzen. Meistens gibt es ja nicht nur eine Seite der Medaille, nur Schwarz und Weiß, sondern alles mögliche dazwischen.

Habt ihr auch schon irgendwas in eurer Wohnung, auf Social Media oder im Kopf ausgemistet? Wie sind eure Erfahrungen damit?

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