Leben

Was die Krise uns zeigt

Alles steht Kopf

In Zeiten der Krise sieht man plötzlich oft klarer. Dabei ist die Krise an sich erstmal egal. Sei es ein persönlicher Verlust, eine Herausforderung im Job oder eben eine globale Pandemie. Die Veränderung öffnet einen Zugang zu uns selbst, der bisher versperrt war. Wir werden gezwungen uns das anzuschauen, worum wir sonst geflissentlich einen großen Bogen machen.

Für uns alle hat das Coronavirus den Alltag sehr verändert, für manche mehr, als für andere. Viele – oder fast alle – unserer üblichen Aktivitäten fallen weg oder verändern sich. Das schafft Raum für Gedanken und Gefühle, für die sonst kein Platz da ist oder die wir erfolgreich verdrängen können.

Aber jetzt nicht mehr. Wir spüren Dinge, die wir normalerweise nicht wahrnehmen. In Wuhan, so konnte man lesen, sind die Scheidungsraten nach der Quarantäne extrem in die Höhe geschossen. Wahrscheinlich, weil viele Paare auf einmal gezwungen waren sehr viel Zeit miteinander zu verbringen und weil das eben zeigt, wie gut oder schlecht eine Beziehung und ihre Dynamiken sind.

Veränderungen sind also gerade omnipräsent und es taucht automatisch eine Frage auf: ist das denn so schlimm? Wollen wir überhaupt zu all dem zurückkehren, das vorher unser Leben bestimmt hat?

Oder lieber nicht?

Vielleicht zeigt der Abstand zum Job, dass die Arbeitsumgebung schon länger nicht mehr passt, keinen Spaß bringt oder eigentlich viel zu anstrengend ist. Die viele Zeit mit dem/der Partner*in führt vor Augen, dass er oder sie nicht der Herzenswunsch ist, den man sich wünscht. Oder im Gegenteil, dass die Beziehung stärker ist, als man dachte und die Person neben uns auf dem Sofa genau die ist, die dort sein soll. Vielleicht werden Wünsche wach, die wir im normalen Alltag beiseite geschoben haben. Mehr Zeit mit der Familie, ein neuer Wohnort, ein Haustier, endlich das erste Buch schreiben, einen Raum umgestalten.

Was auch immer es ist, jetzt ist es da. Und es kann mitunter ganz schön unangenehm sein festzustellen, dass im eigenen Leben etwas nicht mehr passt. Aber es ist auch eine große Chance, denn nur das, was wir wissen und erkannt haben, können wir auch ändern.

Alles ist möglich

Und noch etwas zeigt uns diese Krise. Was unmöglich schien, kann schneller Realität werden, als wir uns je hätten ausmalen können. Vor einigen Wochen noch hätten wir ungläubig die Köpfe geschüttelt wenn jemand gesagt hätte, wie unser Alltag heute aussehen wird. Wir hätten es niemals für möglich gehalten.

Wenn ein Virus den Lauf der Welt ändern kann, wenn plötzlich Schulen schließen und Arbeitnehmer massenweise im Homeoffice arbeiten können, wenn Reisen mit einem Mal schier undenkbar werden können, wenn Grenzen geschlossen werden können – wieso sollten nicht auch unsere wildesten Träume wahr werden können? Wenn alles auf dem Kopf steht ändert sich zwangsläufig die Perspektive. Und vielleicht ist zumindest das ja richtig gut für uns.

3 Kommentare zu „Was die Krise uns zeigt

  1. abgesehen von den notlagen und dem leid muss ich erhlich gestehen, dass die klare luft, das rückbesinnen auf die familie und manch anderes mehr wirklich angenehm und wertvoll sind. wir sollten versuchen, das ein oder andere mit in die zukunft zu tragen.

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