Leben

Bekommen, was man will

Wohin jetzt?

Im letzten Beitrag habe ich davon geschrieben, dass diese besondere Zeit, die wir gerade alle gemeinsam erleben uns so einiges zeigen kann. Wo wir gerade stehen, wo wir hinwollen, aber auch, was nicht mehr so richtig zu uns passt oder nicht guttut.

Die Schattenseiten zu erkennen ist gut, aber unweigerlich folgt darauf die nächste Frage und die ist: was dann? Ich glaube deshalb gelingt es im Alltag oft so gut, sich nicht mit dem auseinanderzusetzen, was nicht klappt oder was wir uns anders wünschen würden. Weil die nächste Aufgabe, die nächste Verabredung, der nächste Kick eben jederzeit bereitsteht und auf uns wartet. Jetzt aber ist da vor allem Stille und die füllt sich ganz automatisch mit den Themen, die sonst keinen Raum bekommen.

Aber wie bekommt man denn nun, was man will?

Als ich darüber nachgedacht habe wurde mir etwas klar: Immer dann, wenn ich mir sehr im Klaren darüber war, was ich will, dann habe ich das auch bekommen. Nicht „einfach so“, nicht ohne Anstrengung und manchmal mit sehr viel Hilfe von Außen. Aber das Ergebnis bleibt. Ich habe es bekommen.

Ein Beispiel: Vor ein paar Jahren wollte ich unbedingt einen Job in einer bestimmten Branche, in der ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht gearbeitet habe. Das Problem war, dass ich in meinem alten Job damals so vereinnahmt war, dass ich keine Ressourcen mehr für die Suche nach meinem Traumjob übrig hatte. Zwar wusste ich genau, dass ich in diesem Beruf und in der Branche nicht bleiben möchte, aber ich habe mich nicht getraut, einfach alles hinzuschmeißen und darauf zu vertrauen, dass es klappen wird.

Irgendwann habe ich mich aber doch dazu durchgerungen. Zuerst musste ich noch eine Weile finanziell vorsorgen, aber dann konnte ich kündigen und anfangen, mich zu bewerben. Schon mit dieser Entscheidung und der dann folgenden Kündigung hat sich ziemlich viel verändert. Ich habe mich ermutigt gefühlt und war stolz auf mich, dass ich für mich selbst einstehen konnte und mich aus dem ungeliebten Arbeitsumfeld befreit habe.

Und ich habe mir Zeit geschenkt, um mich auf meinen Wunsch zu konzentrieren. Durch die Entscheidung eine berufliche Situation zu verlassen, in der ich nicht länger sein wollte, wurde es mir möglich mich auf das zu fokussieren, was ich haben will, meine Kräfte zu bündeln und meine Anstrengungen auf das Ziel zu richten.

Das mit dem Wunschjob ging dann auch ziemlich schnell, ich glaube ich hatte ihn innerhalb von vier oder fünf Wochen in der Tasche. Inzwischen arbeite ich dort nicht mehr, aber ich bin immer noch super froh und dankbar, dass ich die Erfahrung dort machen durfte und es war bis jetzt die interessanteste und lehrreichste Arbeit, die ich hatte.

Zu wissen, was man will, ist eigentlich nicht schwer. Es steckt ja schon in uns drinnen, es ist das Sehnen des Herzens, die leisen „was wäre wenn“s, die ausnahmsweise mal keine Katastrophenfantasien sind, sondern Wunschträume. Viel schwieriger ist es, sich diesen kleinen Stimmen hinzugeben, ihnen Raum zu schenken um größer zu werden und schließlich den Sprung zu wagen, ihnen zu folgen. Chase your dreams ist leicht gesagt, aber oft viel weniger leicht getan.

Denn auf der anderen Seite der kleinen Stimmen, die vom guten Leben erzählen stehen die „aber“s und die sind meistens viel, viel, viel größer und lauter. Und „vernünftiger“. Sie sind die Stimmen der Freunde und Eltern, der Gesellschaft, der Ängste und Zweifel, der negativen Glaubenssätze und noch viel mehr.

Manchmal haben wir Glück und es gibt auch Menschen in unserem Leben, die unsere Träume anfeuern und uns sagen, dass wir alles schaffen können, dass wir einfach nur anfangen sollen und aufhören zu zweifeln, dass sie uns begleiten, egal was wir tun und vorhaben. Dass sie uns auch auffangen, wenn wir nicht mehr können und uns den Weg zeigen, wenn wir uns verirrt haben. Oftmals ist es aber eher so, dass unsere Lieben sich ihrerseits Sorgen machen, wenn wir plötzlich auf scheinbar unsicheren Pfaden wandern wollen. Dass sie uns nicht unterstützen können, weil sie selbst mit ihren Befürchtungen um unser Wohlergehen zu kämpfen haben.

Der erste Schritt ist meist der schwerste; das ist gleichzeitig eine gute Nachricht, weil es danach leichter wird. Aber auch eine schlechte, weil die erste Hürde eben so groß und schier unüberwindbar ist. Den ersten Kampf müssen wir gegen uns selbst führen, gegen unsere Gedanken, die sagen das schaffst du eh nicht, also versuch es bitte gar nicht erst. Du machst dich ja nur lächerlich. Und andere charmante Dinge dieser Art.

Die Sehnsucht muss größer werden, als die Angst. Das ist der erste Schritt zu jeder Veränderung, davon bin ich überzeugt. Es braucht keinen übermenschlichen Mut, keine stundenlangen Motivationscoachings. Am Anfang braucht es nur den Willen, den kleinen Stimmen zuzuhören, wie sie einem die wunderschöne Zukunft ausmalen, die man haben könnte. Wenn man ihnen nur vertraut. Alles andere kommt danach.

2 Kommentare zu „Bekommen, was man will

  1. Hallo liebe Anna,
    genau die Erfahrungen, von denen du schreibst, habe ich auch gemacht. Von daher kann ich das gut nachempfinden. Wenn man weiß, was man will und die Sehnsucht danach groß genug ist, kann man eigentlich fast alles bekommen, was man sich wünscht.
    Hab‘ einen schönen Sonntag!
    Liebe Grüße
    Nicole

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