Alltag

Neue Routinen

Die Macht der neuen Gewohnheit

Seit über zwei Monaten bin ich jetzt im Social Distancing, der neuen Normalität. Im Home Office und in Kurzarbeit. Und ich denke man kann guten Gewissens sagen: ich habe mich umgewöhnt. Habe mich auf die neue Situation eingestellt, Routinen entwickelt, mich in der Situation eingerichtet. Und so langsam kann ich feststellen, welche Aspekte meines neuen Alltags mir besonders gut gefallen und welche ich auch dann gerne beibehalten würde, wenn irgendwann die alte Normalität wieder da ist – falls sie denn wieder kommt.

Morgenroutine

Wenn ich morgens nicht arbeiten muss, und das war in den letzten Wochen meistens so, habe ich gleich nach dem Aufstehen ein bisschen Yoga gemacht und danach eine kleine Meditation. Das finde ich einen herrlichen Start in den Tag. Oft wache ich morgens sehr verspannt auf (Stichwort Bruxismus – noch jemand?) und da ist es eine Wohltat, die Muskeln mit Yoga etwas zu lockern. Außerdem habe ich ein bisschen mit Journaling angefangen, was ich auch eine schöne Praxis finde. Wenn ich mir Zeit lasse dauert das Ganze allerdings ungefähr eine Stunde oder sogar etwas länger, wenn ich das also vor der Arbeit machen will, müsste ich die Routine etwas abkürzen. Aber ich möchte es eigentlich gerne versuchen.

Essensplanung

Die Wocheneinkäufe zu erledigen hat mir noch nie so richtig Spaß gemacht und paradoxerweise war ich trotzdem immer nahezu jeden Tag im Supermarkt. Jetzt, da wir eine Maskenpflicht haben, macht mir der Besuch dort aber noch weniger Spaß, so dass ich angefangen habe, eine Wochenplanung für die Mahlzeiten zu machen und dann mit einer Einkaufsliste den Gang zum Supermarkt zu wagen. So muss ich nur einmal pro Woche einkaufen gehen und ich glaube es spart auch Geld, denn ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber bei mir landen dann doch immer ein paar mehr Snacks im Wagen, als beabsichtigt war. Übrigens, Einkäufe in der Drogerie machen mir nichts aus, die mache ich auch mit Maske noch gerne.

Lesen

In meiner Kindheit und eigentlich bis zum Beginn meines Studiums war ich eine absolute Leseratte. Ich habe alles gelesen, was mir unterkam und es gab für mich auch nicht wirklich Bücher, die ich nicht mochte, einfach weil das Lesen an sich mir schon so viel Spaß gemacht hat. Als ich dann im Studium so viel lesen musste, hat der Spaß daran deutlich abgenommen und heutzutage gewinnt dann öfter mal die neue Serie oder ein Film gegen das Buch, vor allem wenn ich müde bin. Da ich nun aber mehr Freizeit auszufüllen habe, greife ich auch wieder häufiger zu Büchern und groove mich langsam wieder ein bisschen mehr ins Lesen ein. Regelmäßigkeit hilft mir dabei ungemein, und ich hoffe, dass ich meine alte Lese-Leidenschaft vielleicht wieder vollständig aufflammen lassen kann.

Radfahren

Bevor es mit Corona losging, war ich eine absolute Öffi-Fahrerin. Mein Fahrrad kam zwar zu gelegentlichen Radtouren zum Einsatz, aber nicht als Fortbewegungsmittel des Alltags. Das hat sich nun grundlegend geändert, weil ich mich mit dem Gedanken die U-Bahn zu benutzen, aktuell einfach nicht gut anfreunden kann. Und je mehr ich mich mit meinem Radl durch Berlin bewege, desto mehr Freude habe ich daran. Man hat so viel zu schauen und es ist toll, sich an der frischen Luft zu bewegen. Nur die Autos nerven 😀

Nachhaltig Shoppen

Okay, einen hab ich noch. Zu Beginn des Social Distancing hatte ich erstmal sehr wenig Lust auf Shopping und habe dementsprechend auch nichts online bestellt. Ein paar Dinge brauchte ich dann aber, und so habe ich eine Bestellung bei einem der Versandhändler meines Vertrauens aufgegeben. Das Paket kam, ich probierte an und nichts hat mir gefallen. Soweit eigentlich wie immer. Dann habe ich gespürt, dass es noch etwas anderes gibt, was mich an den Kleidungsstücken störte. Ich dachte daran, welches Glück ich in dieser Pandemie habe, wie gut es mir trotz aller Widrigkeiten immer noch geht und wie glücklich ich mich schätzen kann. Und daran, unter welchen Umständen diese Kleidung wahrscheinlich produziert worden war. Dass ich aus meiner privilegierten Situation heraus zur Ausbeutung Anderer beitrug, mit großer Wahrscheinlichkeit zur Ausbeutung anderer Frauen. Und plötzlich konnte ich nicht mehr mit gutem Gewissen mein Geld den Großen der Fast Fashion geben. Ich habe also angefangen, mich mit nachhaltigerer Mode zu beschäftigen und Marken zu finden, die schöne Kleidung unter fairen Bedingungen machen. Und ich muss sagen, ich glaube das ist ein Prozess und es wird etwas Zeit brauchen, mich damit vertraut zu machen und vor allem mein Mindset anzugleichen. Und bestimmt wird es nicht klappen, dass ich ab jetzt niemals wieder Fast Fashion kaufe. Mit Sicherheit werde ich scheitern oder frustriert sein, mich über die Preise ärgern und neidisch auf die trendigen Teile von Anderen schauen. Aber ich glaube, am Ende ist es das wert.

Falls du schon Erfahrung mit nachhaltiger Mode gemacht hast freue ich mich total über Tipps oder Empfehlungen. Das Thema ist recht neu für mich und ich kann Anregungen sehr gut gebrauchen.

2 Kommentare zu „Neue Routinen

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